Unsere natürlichen Rhythmen

Vieles in und um uns ist Rhythmus, wir bewegen uns mit diversen Rhythmen – wir selbst sind Rhythmus.

Unsere natürlichen Rhythmen werden weitgehend vom Wechsel von Kontakt und Rückzug, von Aussen und Innen, von Spannung und Entspannung, auch Wechsel von Aktivität und Ruhe bestimmt…

Nicht zu vergessen sind dabei die biologisch vorgeschriebenen Rhythmen des Menschen. Taktgeber sind sicher die bekannten Natur-rhythmen der Erde: die Mondphasen, das Licht im Tag- und Nacht-Wechsel, die Jahreszeiten, usw.

Wenn wir also im Tages-, Wochen- und Jahresverlauf zum Beispiel jene Erholungspausen einhalten, die uns innerlich vorgeschrieben sind, kann unser Organismus seine Funktionen wie beim Resetting eines Computers immer wieder synchronisieren und Abweichungen vom Sollzustand (zum Beispiel auch krebsartiges Ausflippen von Organzellen mit Abwehrvorgängen des Immunsystems) ausgleichen. Ignorieren wir diese Bedürfnisse, werden die Abweichungen immer grösser und damit verliert auch der Organismus immer mehr die Fähigkeit, von selbst in seine Ordnung zurückzufinden.

Zudem scheinen unsere vorgegebenen biologischen Rhythmen auch tagsüber etwa neunzig Minuten lang zu sein (wie die Tiefschlafphasen nachts).
Ideal wäre, dass wir uns tagsüber alle 60 bis 90 Minuten etwa 5 bis 15 Minuten Rückzug und Pause gönnen. So stellen wir unseren inneren Rhythmus wieder von der „Hamsterradfrequenz“ zurück in die heilsame Ruhe und stärken so unter anderem kräftig unser Immunsystem. (Literatur dazu: Verena Steiner, Energiekompetenz, Pendo-Verlag 2005 )

Licht und Nahrung synchron

Auch ein regelmässiger Tagesablauf mit gut eingeplanten Essenszeiten kann sehr wichtig sein. Licht und Nahrung sind die wichtigsten Zeitgeber des Menschen und sind idealerweise synchron. Es wäre deshalb gut, eine Hauptmahlzeit und eine bis zwei kleinere Mahlzeiten pro Tag  möglichst regelmässig einzuplanen. Zudem essen wir wenn möglich nur bei Tageslicht, da sich mit Eintreten der Dunkelheit unser Stoffwechsel grundlegend umstellt und Fett wie auch Kohlenhydrate viel langsamer abgebaut werden.

Der Tagesrhythmus und die Tageseinteilung, insbesondere der Schlaf, kann deshalb auch ein Schlüssel für das Management von chronischer Müdigkeit, Stoffwechselkrankheiten, wie auch Übergewicht sein. Übermüdung führt zu einer Dysfunktion des Frontalhirns und dadurch zu unkontrolliertem Essverhalten. Zu langer Schlaf führt zu Bewegungsmangel. Ein Normalgewicht erreicht man in grösseren Studien bei einem täglichen Schlaf zwischen etwa 7 und 8 Stunden. Schlafmangel erhöht das Ghrelin und erniedrigt das Leptin, was zu mehr Hunger führt.

„Sozialer Jetlag“

Wer am Wochenende einen völlig anderen Schlafrhythmus hat als unter der Woche, kann leicht eine chronische Müdigkeit entwickeln. Somit gerät auch sein Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht.
Je grösser dieser „soziale Jetlag“ ist, desto grösser ist auch das Übergewichtsrisiko. (Siehe die deutsche Studie mit Analyse von Schlafmuster und  BMI von rund 65’000 Menschen: Social Jetlag and Obesity, Till Roenneberg et al, Current Biology – 10 May 2012)

Es wäre sinn- und wertvoll, für sich einen guten Rhythmuswechsel zu finden, bei dem man sich gesund, fit und wohl fühlt. Rhythmen können helfen, dass sich Körper, Geist und Seele immer wieder entspannen und wir fliessend mit unserem ureignen Lebensrhythmus mitgehen.
Dies heisst also nicht, sich ständig zu kontrollieren, ob diese Rhythmen streng eingehalten werden – denn damit verliert man zum Schluss weitgehend seine Lebenslust.

Lesen Sie mehr zu Schlafrhythmen: www.dr-walser.ch/schlaf.htm
zu Nahrung und Licht: www.dr-walser.ch/ernaehrung.htm
zu Stoffwechselrhythmusstörungen: www.dr-walser.ch/metabolisches_syndrom.htm