Vibrationen

Vibrationen in und um uns – allüberall mit uns verbunden, uns einnehmend, uns nährend, uns verbindend…
Vibrationen mit Dingen, mit Menschen, zwischen Menschen, so vielschichtig, so komplex, uns ständig begleitend und uns doch in der bewussten Wahrnehmung oft so fern.
Wo und wie kommen wir ihnen näher oder nehmen wir sie bewusster wahr?

“Vergessen blieb angesichts der Dominanz des Sex dass es noch andere, vielfältigere Lüste gibt, unter anderen die Lüste des Lachens in allen Variationen, die Körper, Seele und Geist zugleich in Vibrationen versetzen…“ (Wilhelm Schmid: Philosophie der Lebenskunst).
Lachen versetzt sowohl unseren Körper, wie auch unsere Seele und unseren Geist in Vibrationen. Dies kennen wir alle sehr gut von lustigen Situationen, Witzen (www.dr-walser.ch/witz.htm)… vibrierende Freude, wie wir es als Kind viel erlebt haben (siehe dies im Video: http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Sein-Daddy-faehrt-den-Groessten/story/17790461).

Stark spüren wir Vibrationen auch beim Tanzen! Tanzen und Lachen sind von den besten, natürlichsten und am leichtesten zugänglichen Tore zum vibrierenden Nicht-Denken.
Wenn du wirklich tanzt, hört das Tanzen auf. Du machst weiter und weiter, du drehst und drehst dich, und du wirst zu einem Wirbel. Alle Begrenzungen, alle Trennungen lösen sich auf. Du weisst nicht mehr, wo dein Körper aufhört und wo die Existenz anfängt. Du löst dich in die Existenz auf, und die Existenz löst sich in dir auf. Die Grenzen verschwimmen. Und wenn du wirklich tanzt – wenn  du es nicht kontrollierst, sondern zulässt, dass es dich packt, wenn du zulässt, dass es von dir Besitz ergreift – wenn du wie besessen bist vom Tanz, hört das Denken auf und eine innere Vibration beginnt. Tanzen kann so eine wunderbare Einführung in einen vibrierenden Zustand des Nicht-Denkens sein. (teils aus Osho, das Buch der Heilung)

Du kannst immer mehr in diese Eigenschaft, in diese Qualität des vibrierenden Nicht-Denkens hineinwachsen. Nach und nach kannst du das Denken immer öfter fallen lassen. Auch wenn es nur für ein paar Augenblicke, eine kurze Weile sein wird. Man findet das Nicht-Denken auch in anderen Dingen, wie im Schwimmen, im Kochen, im Malen…
Sehr oft in musischen Bereichen, in kreativen Momenten, wo das ganze Sein nur noch eine einzige Vibration ist oder zu einer einzigen Vibration wird– ganz in der Wahrnehmung und in all unseren Sinnen.

Natürlich sind wir ständig von Vibrationen umgeben und tragen sie in uns- jedoch nur wenig sind wir ihnen gewahr. Zum Beispiel wenn uns etwas tief drin berührt, wenn es „uns“ vibriert- dann sind wir uns ganz nah und unser Sein bekommt diese Weichheit, die wir oft bei kleinen Kindern beobachten, wenn sie einfach sind – ohne zu denken.

Der Vibration nahe ist auch die Resonanz. Das Schwingen ohne etwas dazutun zu müssen oder zu wollen – einer Welle gleich…

Es kommt, ohne zu fragen und vergeht genauso wieder. Und dabei hinterlässt dieses Schwingen eine Berührung, ein Gefühl, eine Wahrnehmung – hinterlässt: Seinsqualiät.

Wo kommen wir dieser Seinsqualität sonst noch näher?

Setz dich mal eine halbe bis ganze Stunde in die Natur. Vielleicht machst du das oft. Setze dich so hin, dass du einfach bist, die Gedanken ziehen lässt und versuchst, die Natur nicht zu bewerten, nicht mehr zu denken, sie einfach wahrzunehmen, zu spüren. Empfinde sie in dir. Mach dir keinen Stress, warte nicht, erwarte nicht, sei einfach da.

Irgendwann wirst du deine Vibration tief im Innern ganz bewusst wahrnehmen, sie wird dich durchfluten, dich ganz einnehmen. Pures Sein stellt sich ein. Du bist nah an deinem Kern. Wieder Seinsqualität.

Übrigens: Ich glaube, die Beach Boys haben als erste den Begriff „Vibrations“ mit dem 1966 veröffentlichten Song «Good Vibrations» populär gemacht (https://youtu.be/nC2gZMNkyJo).
Songschreiber Brian Wilson sagte, seine Mutter habe zu ihm von Vibrationen gesprochen: «She used to tell me about vibrations. I didn’t really understand too much of what it meant when I was just a boy. It scared me, the word ‚vibrations‘. She told me about dogs that would bark at people and then not bark at others, that a dog would pick up vibrations from these people that you can’t see, but you can feel.» (aus Wikipedia)

Grossen Dank für wesentliche Mitarbeit an F.

Sind Wanderstöcke beim Berggehen sinnvoll?

Berggehen und Bergsteigen schadet den Knien nicht, solange sie gesund sind. Selbst wenn dabei die unterschiedlichsten Druck- und Drehkräfte auftreten. Solange keine angeborenen Beinfehlstellungen oder Verletzungen im Kniegelenk vorliegen, hat man es also weitgehend selber in der Hand, Kniegelenkprobleme zu bekommen oder nicht.

Beim Bergaufsteigen gibt es für das Kniegelenk sicher noch keine Probleme. Schwierig wird es dafür, wenn’s wieder bergab geht. Denn beim Bergabgehen sind die Belastungen für das Knie enorm, weil ja mit jedem Schritt das gesamte Körpergewicht abgefangen werden muss. Daher sollte man sich mit dem Abstieg möglichst viel Zeit lassen, langsam und in kleinen Schritten gehen, und nicht zuviel Gepäck mitnehmen. Man sollte die Gehtechnik situationsbezogen immer wieder umstellen, einmal Füsse querstellen, einmal Doppelstockeinsatz mit den Wanderstöcken, aufrechtes-tiefes Gehen, geradliniges-seitliches Gehen, etc.. Der Oberkörper sollte mit einer Beugung im Hüftgelenk etwas Vorlage haben (dabei aber das Brustbein und den Kopf senkrecht belassen) und auch die Kniegelenke, aber vor allem die Hüftgelenke dabei etwas beugen. Dabei ergibt sich eine Abrollbewegung im Fuss von der Ferse bis zum Fussballen.

Wie kann man die Druckkräfte am besten abfangen? Nicht unbedingt mit den Wanderstöcken! Am besten gelingt das mit einer gut trainierten Oberschenkelmuskulatur: keine Touren gehen, denen man kräftemässig nicht gewachsen ist. Denn je schwächer, ermüdeter und unelastischer der Oberschenkel ist, desto ruckartiger und damit belastender wirkt jeder einzelne Schritt auf die Kniegelenke.

Wanderstöcke sollten nur von Alpinisten benutzt werden, die schon Kniebeschwerden haben – und auch nur zum Bergabsteigen!
Es sind grundsätzlich immer zwei Stöcke zu verwenden, und die sollten am besten stufenlos verstellbar sein, wie Teleskopstangen. Die Stöcke sollten dabei so kurz sein, dass die Ellbogen höchstens eine Beugung von 45 Grad aufweisen. Ausserdem sollten die Stöcke möglichst nahe der Falllinie des Körpers gesetzt werden. Ist der seitliche Abstand zu gross, so fällt die Kraftentlastung weg, und der Bergsteiger kann zudem noch leicht aus dem Gleichgewicht kommen. Gerade das Gleichgewichtsgefühl ist ein zentrales Problem bei den Wanderstöcken: je regelmässiger die Bergstöcke benutzt werden, um so mehr verlernt man, die Balance zu halten! Die häufigste Unfallursache beim Bergsteigen, nämlich das Stolpern bzw. Straucheln, wird dadurch gefördert!

In diesem Zusammenhang ist auch interessant, sonstige sportliche Tätigkeiten mit Stöcken anzuschauen:
Nordic Walking muss so auch kritisch gesehen werden: Die Beeinträchtigung des Gleichgewichtes wird in etwa dieselbe sein wie beim Bergwandern. Zudem ist der Energieverbrauch (Fettverbrennung!), wie häufig behauptet wird, nicht grösser als beim normalen Walken oder leichten Joggen (zeigen zwei finnische Studien). Die etwas höhere Aktivität von Arm- und Schultermuskulatur wird wohl durch ein automatisch weniger intensives Gehen wieder nach unten kompensiert.
Eine Entlastung der Gelenke gibt es durch die Stöcke kaum (siehe oben).

Und noch ein Nachteil zeigt sich bei Faustschlussaktionen durch Halten der Stöcke: Dies hat eine Tonisierung (und spätere Verkürzung und häufige Verspannung) der ganzen Extensorenschlinge des Armes und in Fortsetzung auch der Schultermuskulatur (v.a. des Supraspinatusmuskels) zur Folge! Man muss also – wie richtig instruiert und wie auch im Langlauf – den Stock beim Vorschwingen unbedingt loslassen.

Man kann also auch als Regel formulieren: Beim Sport möglichst nichts in den Händen halten und damit den Faustschluss weitgehend verhindern!

Lesen Sie mehr über die Körperhaltung bei verschiedenen Sportarten auf meiner Website!

und über Bergläufe hier!

und übers Wandern allgemein!

Lebendigsein!

„Man sagt, dass wir einen Sinn des Lebens suchen… Ich glaube, was wir wirklich suchen, das ist die Erfahrung des Lebendigseins, so dass unsere physische Existenz mit unserem innersten Sein und unserer innersten Wirklichkeit zusammenklingt und wir tatsächlich fühlen, was es heisst, lebendig zu sein.“ Joseph Campell

Wie komme ich wieder zu meinem „Lebendigsein“?!

Graben Sie ihre ersten Fotos der Jugend aus. Sicher finden Sie solche, auf denen Sie übermütig und eigen-mächtig mit überschäumender Lebensfreude in die Welt hinausrennen. Alles war möglich!
Jeden Tag etwas ganz Neues, Ver-rücktes tun!
Tanzen Sie vermehrt – wild.
Gehen Sie so oft barfuss wie möglich.
Lassen Sie sich massieren – und massieren Sie ihren Partner. Massieren Sie sich selber: ihre Füsse nach einem Fussbad – ihre Lippen – ihre Kopfhaut – mehr…
Singen Sie wieder mal für sich – oder mit anderen. Melodien, die nur in dir schlummern, finden und aus-singen.
Schwimmen Sie in Seen und Flüssen – und spielen Sie mit Kindern.
Im Sommerregen über die Wiese rennen – zusehen wie die Wolken vorbei ziehen – Sonnenuntergänge bestaunen – auf Berge steigen und lang in die Weite schauen – das Glitzern im Wasser sehen – Loswandern, ohne zu wissen wohin – die Augen schliessen beim Rückwärtsgehen – die Unsicherheit geniessen – …

Wieder mal vor Freude und Lebendigsein zittern!

LEBENDIGSEIN heisst aber nicht nur Lebens-Freude – es ist auch Lebens-Trauer, etc… sogenannte Stärken und Schwächen, tief und eigen-mächtig gelebte Gefühle, Konzepte und Glaubenssätze. Das was uns auch „mitten im Feuer“ im Innersten zusammenhält, wenn alles „Äussere“ wegfällt… Ein eigentliches Verliebtsein ins Leben!

sich mehr entspannen: www.dr-walser.ch/entspannung.htm

erotisch leben: www.dr-walser.ch/sex.htm

viel lachen – sich Witze erzählen: www.dr-walser.ch/witz.htm

„Was gibt ein Mensch dem anderen? Er gibt etwas von sich selbst, vom Kostbarsten, was er besitzt, er gibt etwas von seinem Leben. Das bedeutet nicht unbedingt, dass er sein Leben für den anderen opfert –sondern dass er ihm etwas von dem gibt, was in ihm lebendig ist; er gibt ihm etwas von seiner Freude, von seinem Interesse, von seinem Verständnis, von seinem Wissen, von seinem Humor, von seiner Traurigkeit –von allem, was in ihm lebendig ist.

Indem er dem anderen auf diese Weise etwas von seinem Leben abgibt, bereichert er ihn, steigert er beim anderen das Gefühl des Lebendigseins und verstärkt damit dieses Gefühl des Lebendigseins auch in sich selbst. Er gibt nicht, um selbst etwas zu empfangen; das Geben ist an und für sich eine erlesene Freude. Indem er gibt, kann er nicht umhin, im anderen etwas zum Leben zu erwecken, und dieses zum Leben Erweckte strahlt zurück auf ihn; wenn jemand wahrhaft gibt, wird er ganz von selbst etwas zurück empfangen. Zum Geben gehört, dass es auch den anderen zum Geber macht, und beide haben ihre Freude an dem, was sie zum Leben erweckt haben. Im Akt des Gebens wird etwas geboren, und die beiden beteiligten Menschen sind dankbar für das Leben, das für sie beide geboren wurde…“
(Erich Fromm, die Kunst des Liebens)

unsere natürlichen Rhythmen

Vieles in und um uns ist Rhythmus, wir bewegen uns mit diversen Rhythmen – wir selbst sind Rhythmus.

Unsere natürlichen Rhythmen werden weitgehend vom Wechsel von Kontakt und Rückzug, von Aussen und Innen, von Spannung und Entspannung, auch Wechsel von Aktivität und Ruhe bestimmt…

Nicht zu vergessen sind dabei die biologisch vorgeschriebenen Rhythmen des Menschen. Taktgeber sind sicher die bekannten Natur-rhythmen der Erde: die Mondphasen, das Licht im Tag- und Nacht-Wechsel, die Jahreszeiten, usw.

Wenn wir also im Tages-, Wochen- und Jahresverlauf zum Beispiel jene Erholungspausen einhalten, die uns innerlich vorgeschrieben sind, kann unser Organismus seine Funktionen wie beim Resetting eines Computers immer wieder synchronisieren und Abweichungen vom Sollzustand (zum Beispiel auch krebsartiges Ausflippen von Organzellen mit Abwehrvorgängen des Immunsystems) ausgleichen. Ignorieren wir diese Bedürfnisse, werden die Abweichungen immer grösser und damit verliert auch der Organismus immer mehr die Fähigkeit, von selbst in seine Ordnung zurückzufinden.

Zudem scheinen unsere vorgegebenen biologischen Rhythmen auch tagsüber etwa neunzig Minuten lang zu sein (wie die Tiefschlafphasen nachts).
Ideal wäre, dass wir uns tagsüber alle 60 bis 90 Minuten etwa 5 bis 15 Minuten Rückzug und Pause gönnen. So stellen wir unseren inneren Rhythmus wieder von der „Hamsterradfrequenz“ zurück in die heilsame Ruhe und stärken so unter anderem kräftig unser Immunsystem. (Literatur dazu: Verena Steiner, Energiekompetenz, Pendo-Verlag 2005 )

Licht und Nahrung synchron

Auch ein regelmässiger Tagesablauf mit gut eingeplanten Essenszeiten kann sehr wichtig sein. Licht und Nahrung sind die wichtigsten Zeitgeber des Menschen und sind idealerweise synchron. Es wäre deshalb gut, eine Hauptmahlzeit und eine bis zwei kleinere Mahlzeiten pro Tag  möglichst regelmässig einzuplanen. Zudem essen wir wenn möglich nur bei Tageslicht, da sich mit Eintreten der Dunkelheit unser Stoffwechsel grundlegend umstellt und Fett wie auch Kohlenhydrate viel langsamer abgebaut werden.

Der Tagesrhythmus und die Tageseinteilung, insbesondere der Schlaf, kann deshalb auch ein Schlüssel für das Management von chronischer Müdigkeit, Stoffwechselkrankheiten, wie auch Übergewicht sein. Übermüdung führt zu einer Dysfunktion des Frontalhirns und dadurch zu unkontrolliertem Essverhalten. Zu langer Schlaf führt zu Bewegungsmangel. Ein Normalgewicht erreicht man in grösseren Studien bei einem täglichen Schlaf zwischen etwa 7 und 8 Stunden. Schlafmangel erhöht das Ghrelin und erniedrigt das Leptin, was zu mehr Hunger führt.

„Sozialer Jetlag“

Wer am Wochenende einen völlig anderen Schlafrhythmus hat als unter der Woche, kann leicht eine chronische Müdigkeit entwickeln. Somit gerät auch sein Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht.
Je grösser dieser „soziale Jetlag“ ist, desto grösser ist auch das Übergewichtsrisiko. (Siehe die deutsche Studie mit Analyse von Schlafmuster und  BMI von rund 65’000 Menschen: Social Jetlag and Obesity, Till Roenneberg et al, Current Biology – 10 May 2012)

Es wäre sinn- und wertvoll, für sich einen guten Rhythmuswechsel zu finden, bei dem man sich gesund, fit und wohl fühlt. Rhythmen können helfen, dass sich Körper, Geist und Seele immer wieder entspannen und wir fliessend mit unserem ureignen Lebensrhythmus mitgehen.
Dies heisst also nicht, sich ständig zu kontrollieren, ob diese Rhythmen streng eingehalten werden – denn damit verliert man zum Schluss weitgehend seine Lebenslust.

Lesen Sie mehr zu Schlafrhythmen: www.dr-walser.ch/schlaf.htm
zu Nahrung und Licht: www.dr-walser.ch/ernaehrung.htm
zu Stoffwechselrhythmusstörungen: www.dr-walser.ch/metabolisches_syndrom.htm

 

 

 

Zustimmung und Verständnis

Ein sehr wichtiges Element des Zusammenlebens ist es, dem Anderen „sein Leben, seine Welt“ zu lassen – und nicht, ihn von meiner Sicht, meiner Welt überzeugen zu wollen. Ich mache mein Gegenüber also nicht zu einer Kolonie meines Imperiums. Ich „kolonialisiere“ ihn also nicht.
Ich komme so von der kopfigen „Zustimmung“ zum bauchigen „Verständnis“ des Anderen. Geben wir dem Mitmenschen doch einfach mehr Verständnis, mehr Gehör – und man muss dabei gar nicht immer zustimmen.
Dies ist ungemein entlastend.
Wir Männer fordern häufig gleich Zustimmung („Du bist für mich – oder gegen mich!“). Frauen wollen demgegenüber meist einfach verstanden werden. 
Auch für uns Männer wäre manchmal Verstehen-wollen mit mehr Frieden verbunden und ein Weg vom Kopf in den Bauch…
Dies führt mich zu meiner Lieblingsaussage über eine gelungene Beziehung, die ich hier bereits andernorts erwähnt habe:
Beziehung ist Anerkennung von Unterschieden.“ (Fritz Perls).
Sie können dieses Anerkennen, dieses Verständnis in Form eines „Zwiegesprächs“ üben: regelmässige Gespräche mit Ihrem Partner, deren Zeitpunkt im Voraus vereinbart wurden. Jeder hat 15 bis 20 Minuten Zeit um über alles zu sprechen, was ihm in den Sinn kommt. Er wird dabei nie unterbrochen. Er kann zuerst über sich sprechen, dann, wie er den Partner erlebt – und dann auch über die Beziehung. Man ist völlig frei in Struktur und Inhalt. Nach einer schweigenden Pause hat die/der Andere 15 bis 20 Minuten Zeit. Es sollte auch nachher eine gewisse Zeit das Gesagte nicht kommentiert werden.
Man benützt diese Zwiegespräche zur „Differenzierung“ vom Anderen, um seine Einzigartigkeit, die Unterschiede herauszuarbeiten. Beziehung wird also auch Anerkennung von Unterschieden.
So verhindern Sie, dass sich Routine und Langweile einschleichen und eine scheinbare „Komfortzone“ auch in der Beziehung breit macht, die durch ihr Festgefahrensein auf Dauer sehr einschränkt und verknöchert.
Ich habe dies am Beispiel der Sexualität einer längerdauernden Beziehung hier auf meiner Website beschrieben: www.dr-walser.ch/sex.htm

Was gefährdet deine Gesundheit?!

Gefühlte versus reale Risiken für die Gesundheit!
Beispiel: „Pestizide in Lebensmittel machen mich krank…“

Welche Themen für uns persönlich und subjektiv die grössten gesundheitlichen Risiken darstellen, sind meist überhaupt nicht die wahren Gefahren! Wahrnehmungsunterschiede sind vor allem abhängig von Medienberichten darüber, Gewöhnlichkeit des Risikos (der häufigen Dinge, wie Rauchen, Strassenverkehr, …) sowie Schrecklichkeit des Ereignisses. Deshalb sind für uns die terroristischen Anschläge und die Angst vor dem Terrorismus immer so drastisch und eindrücklich (Panikmache in den Medien, Schrecklichkeit der Ereignisse) :

risiko1(aus Tagesanzeiger vom 26.03.2016, Constatin Seibt, Fürchte dich nicht)

Es zeigt sich also deutlich, man stirbt nicht an den Dingen, vor denen man sich fürchtet!

risiko2

Die grossen Risiken für unsere Gesundheit sind:
Völlerei, Bewegungsmangel, Rauchen und der alltägliche Strassenverkehr
(Im Jahre 2011 starben in Deutschland im Strassenverkehr 3991 Personen = 11 Tote durch PKW-Unfälle täglich – „So etwas passiert anderen, nicht mir!).

Wir können weitgehend selbst bestimmen, wie wir altern! 
Was unterscheidet Menschen, die im Alter von 60 bis 80 zufrieden und gesund sind (happy-well) von den traurigen Kranken (sad-sick) fragten sich George E. Vaillant (Untersuchung der Harvard Medical School, 60 Jahre Beobachtung von 824 Frauen und Männer (Grant Study of Adult Developement): Aging Well. Little, Brown & Company, Boston 2002).
Sieben Faktoren sind wichtig: 

Primär können Sie all dies also weitgehend selbst verändern! Sie sind dabei Ihr eigener Super-Spezialist oder sollten es unbedingt werden. Und wir Hausärzte haben Sie dabei schon immer begleitet. Dies gehört zu unserem Kerngeschäft, das wir in unserer jahre- bis lebenslanger Betreuung immer schon einfliessen liessen.

Lesen Sie weiter über qualitativ gutes Leben und Lebensverlängerung hier auf meiner Website:
www.dr-walser.ch/anti_aging.htm
und www.dr-walser.ch/gesund.htm

Ich selbst werde jetzt mal ein verlängertes Wochenende Urlaub in Paris geniessen…

Das Leben Improvisieren

Improvisieren heisst spontan sein, offen für das was auf mich zu kommt, für die Offenbarungen des Moments – bereit sein auch für Wechsel.

Wechsel existieren im Leben auf den verschiedensten Ebenen, welche stets um uns sind. Wechsel lassen uns wandeln, lassen uns wachsen und das Gewohnte verändern. Wir wollen diese Veränderungen jedoch oft nicht gerne geschehen lassen, da sie uns auch Halt nehmen, uns verunsichern, uns durchschütteln. Veränderungen durch Wechsel können uns jedoch auch beschenken, weil sie Unbekanntes in uns hervor bringen und uns damit neue Horizonte öffnen. Dies schenkt uns die Möglichkeit, weiter zu werden und mehr von uns selbst zu erleben, uns noch tiefer kennen zu lernen. Das bedeutet auch, aus gewohnten Situationen auszusteigen und sich auf Neuland einzulassen.

In der Beziehung können Veränderungen durch einen Wechsel aus der Komfortzone in einen sogenannten Wachstumszyklus geschehen (David Schnarch: Die Psychologie der sexuellen Leidenschaft). Dies macht Angst, da Sicherheiten wegfallen und es zu Entwicklungen kommt, in denen auch eine gewisse Distanz entstehen kann. „…Sie können sich auch ein Beispiel an Christoph Kolumbus nehmen: Man kann die Neue Welt nicht erreichen, ohne den sicheren Hafen zu verlassen. Spannende Erlebnisse, Entdeckungen und Abenteuer liegen ausserhalb des Komfortzyklus…“

Also auch mal raus aus der Komfortzone, sich selbst oder den andern neu erwecken. Etwas zusammen tun, was man sich nie vorgestellt hat, sich herausfordern mit unbekannten Dingen…sich überraschen, den andern überraschen.

Wichtig erscheint mir auch der Wechsel in der Sexualität: Hier ist es der Wechsel von Slow Sex (Sich-Nähren, weich, warm, totale Hingabe) zu starkem offensiven, auch forderndem Verlangen. Bleiben wir im körperlichen Zusammensein stets nur auf der einen Seite, vergeben wir uns die immense Kraft, die aus dem Wechsel von weich/stark, von „Nehmen und Genommenwerden“ hervorgeht und uns mit neuer Energie bereichern und nähren kann.

Hierfür ist die Improvisation ein wunderbares Werkzeug. Es soll etwas sein, was täglich und immer wieder auch spontan möglich ist und Platz hat, auch wenn der Alltag uns fordert. Auf die Idealbedingungen können wir lange warten. Zu improvisieren mit dem, was gerade da ist, schenkt uns viel Lebendigkeit, Freude und Verbindung zueinander.

Täglich und ständig begegnen wir Improvisationsmöglichkeiten. Wie bereit und offen sind wir wirklich für sie? Finde ich es einfach noch interessant, als spontan-improvisierender Mensch zu wirken, weil es gerade hip ist? Oder lebe ich es und ertrage ich es wirklich, auch wenn es mich herausfordert und die Situation es verlangt, mich auf etwas Ungeplantes einzulassen?

Es braucht Alltagsmut, Bereitschaft, Toleranz auch, sich von Geplantem zu lösen, das Momentane zu sehen, wahrzunehmen und das Kontrollierende, welches auch zur Planung gehört, aufzugeben.

Wissen, wie es genau kommt, tun wir nie. Deshalb ist die Improvisation eine wunderbare Möglichkeit, im Augenblick zu leben. Es sind nicht die grossen Entscheidungen gemeint, vielmehr also die kleinen Impro-Schritte im Alltag, das Etwas-Anders-Handeln-Als-Gewohnt, das Beweglichbleiben. Hineinspringen und staunen, was sich bewegt, sich zeigt, wo es mich ungeplant hinzieht… Mehr intuitiv, nicht unbedingt lustbezogen und auch nicht mit dem Kopf, der meist lieber planen und die Kontrolle behalten will.

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Betrachten wir auch den Tempowechsel in der Kommunikation: Zuhören, Reden, Mitdenken und dann auch mal einen Einschub in einem Dialog zulassen, auch wenn der andere noch nicht ganz geschlossen hat – da ist Feuer drin und Kraft. Wenn es dann wieder ins harmonische Zuhören wechselt, gibt es zwischen den Menschen viel Bewegung und Energie.

Jahreszeitenwechsel und auch bereits ein Wechsel des Wetters (vom Regen zur Sonne!) tut uns nachweislich sehr gut und belebt uns ungemein.

Wechsel wie der Fluss, der mal ruhig fliesst und dann wieder über Stromschnellen mit vielen Turbulenzen, schnell und langsam…

Beim starken Improvisieren und Wechseln pendeln wir manchmal von einem Extrem ins andere – so ist das Leben. Ich habe gelernt, dass ich dann nicht auf das Pendel schaue, sondern auf die Aufhängung:

So komm ich vermehrt vom „aber“ zum „und“ und vom „entweder/oder“ zum „sowohl-als-auch“!