Zeit vs. Geld

Der fünfjährige Lasse zu seiner Mutter Astrid Lindgren: Wenn er gross sei, so erklärte er seiner Mutter, wollte Lasse eine Ewigkeitsmaschine bauen oder sie würden den Nordpol erobern: »Mama, wir beiden werden viel Spass im Leben haben. Hauptsache, wir haben genug Zeit dafür!«

Von materiellen Dingen wie Villa, Porsche und Whirlpool sollten wir uns keine anhaltenden Glückszustände versprechen, denn der schnell einsetzende Gewöhnungseffekt lässt jede Steigerung unseres Lebensstandards schnell zur Normalität werden.
Es sind Erfahrungen, die Menschen glücklich machen. Zu den beliebtesten Aktivitäten gehören Zusammensein mit Freunden, gemeinsames Essen, Sex und Entspannung.
Nichts also, wofür man unbedingt viel Geld bräuchte. Wohl aber Zeit, Musse und ein Bewusstsein dafür!
Daraus wird klar, dass das Schönste, was man sich schenken kann, die Zeit ist und nicht all die üblichen materiellen Geschenke!

Für alle, die am Beginn ihres Arbeitslebens stehen:
Entwickle deine EIGENE VISION, was du zukünftig beruflich machen willst (und bleibe ihr dann treu oder finde immer wieder zu ihr zurück!).

Dazu stellst du dir folgende Fragen:

  • Wie viel will ich arbeiten (pro Tag / pro Woche)?
  • Wie viele Monate im Jahr will ich arbeiten?
  • Will ich ortsunabhängig und/oder zeitunabhängig sein?
  • Will ich die Möglichkeit haben Sabbaticals zu machen?
  • Will ich Zeit für Weiterbildung haben?
  • Will ich Ruhephasen einbauen? Pausen machen?
  • Was soll der Inhalt meiner Arbeit sein? Worin bin ich gut? Und was macht mir Spass?
  • Welche Arbeit empfinde ich als sinnvoll? Ist sie auch nützlich für die Gesellschaft?

Zur Arbeit noch der Philosoph Byung-Chul Han: „Es ist vielleicht an der Zeit, über eine Lebensform nachzudenken, in der die Arbeit keine Rolle mehr spielt. Der altchinesische Denker Zhuangzi würde sie „Wandern in Musse“ nennen.“

Falls man also die „Hauptsache“ im Leben erreichen will (genug Zeit für sich, seine Beziehungen, für die Persönlichkeitsentwicklung und die Entdeckung des Nordpols), ist es wichtig zu schauen, dass die Lebensgrundkosten tief gehalten werden!
Tiefe Miete, wenig und billige Versicherungen, wenig Luxus, kein oder ein billiges Auto, billige Ferien… erfordern weniger Lohn und weniger Arbeitszeit.
Ein wertvoller Gedanke also: übe ich eine Arbeit aus, die mir Freude macht und meinen Fähigkeiten entspricht, auch wenn ich dabei vielleicht schlecht bezahlt werde? (Stichwort: Kreative Arbeit…).

Es gilt hier wirklich: Der Mensch lebt nicht, um zu arbeiten, sondern arbeitet, um zu leben!
Zeit ist das Kostbarste was wir haben! Schenke sie auch deinem/r Liebsten und nimm dir Zeit für deine wesentlichen Dinge, die dir wirklich am Herzen liegen!

Lebe massvoll, lustvoll, natürlich und mit viel Bewegung!

Eine Untersuchung der Harvard Medical School in Boston, eine der längsten (60 Jahre Beobachtung!) und umfassendsten Forschungen zur menschlichen Entwicklung zeigt:
Wir können weitgehend selbst bestimmen, wie wir altern!

Was unterscheidet denn Menschen, die im Alter von 60 bis 80 zufrieden und gesund sind (happy-well) von den traurigen Kranken (sad-sick) fragten sich  George E. Vaillant (Aging Well. Little, Brown & Company, Boston 2002, ISBN 0-316-98936-3). 

Sieben Faktoren sind wichtig:

nicht aber Geld/Vermögen und auch nicht die Gene!

Lesen Sie auch mehr übers gesund Altwerden auf meiner Website („Anti-Aging“) >>hier !

Aus dem eben Gesagten kann man schliessen – und man hört es nie gern… – dass Masshalten (Gewissenhaftigkeit, Selbstkontrolle, Pflichtbewusstsein…) eine der wichtigsten Faktoren zur Erlangung von Gesundheit ist.
Leute mit viel Selbstkontrolle führen im Schnitt bessere und längere Beziehungen als Menschen, die sich weniger im Griff haben. Sie werden mehr gemocht und anerkannt. Sie sind weniger gestresst, fühlen sich weniger schuldig, können sich besser an neue Situationen anpassen und sind weniger beratungsresistent. Sie begehen auch weniger Verbrechen. Sie überwinden sogar Vorurteile besser. Und, nach all dem, nicht überraschend: Sie leben länger.
Neben dem, dass gewissenhafte Menschen weniger rauchen und trinken und massvoller essen, gelingt es ihnen, sich bessere Lebensbedingungen zu erarbeiten. Wer schon in der Kindheit selbstdiszipliniert zu Werke geht, bekommt eher gute Noten, schafft eher eine anspruchsvolle Ausbildung und wohnt in einer gesünderen Umgebung.
Beim Essen zum Beispiel gilt vermutlich einfach ein gemässigter Umgang im Allgemeinen: hier mal ein Abendessen sausen lassen, da mal einen halben Fastentag einlegen oder einen ganzen, und dort mal aufs Dessert verzichten, wenn man eh schon voll ist…

Alles schön und gut: Aber eine Überdosis Disziplin ist nicht mehr gesund! Wichtig ist der Wechsel von Spannung und Entspannung, von Kontakt und Rückzug, von Selbstkontrolle und Genuss! Es gibt also auch die Rückseite der Medaille durch eigentliche „Selbstknechtung“, was in Stress, Depression und Burnout enden kann. Deutungshilfe bietet der kontrovers debattierte deutsche Philosoph Byung-Chul Han. Laut Han hat sich der Westen von einer Kontroll- in eine Leistungsgesellschaft umorganisiert (siehe dazu den spannenden Bericht aus dem Tages-Anzeiger).

Nicht zu viel und auch nicht zu wenig – mit Mass also!
Unser Salzkonsum zeigt dies schön auf: zu viel ist ungesund (bei Hypertonie nicht mehr als 13 bis 15 Gramm Kochsalz pro Tag – das Natrium ist dabei wichtig – Kochsalz ist Natriumchlorid). Aber auch zu wenig ist ungesund: weniger als 10 Gramm Kochsalz täglich geht ebenfalls mit mehr Herz-Kreislaufkrankheiten einher.

Dazu passt auch, dass grosse Studien bei Ausdauersportarten zeigen, dass langsam, ja bedächtiges Tempo und auch zeitlich wenig für die Gesundheit besser ist, als hart, schnell und viel!
Und auch hier gilt: Aber auch nicht zu wenig!
Alles mit Mass also!

Lesen Sie dazu auch meinen Blogbeitrag über die grossen fünf Persönlichkeitsmerkmale mit ihrem Bezug zur Gesundheit, zur Langlebigkeit, zu guten Beziehungen und Erfolg im Beruf: https://walserblog.ch/2015/02/14/gewissenhaft-macht-gesund/

zuviel!

Beim Erziehungsberater und Bestsellerautor Kim John Payne sticht eine Botschaft ganz besonders ins Auge. Darin wird empfohlen, Kindern weniger Spielsachen zu geben, damit sie sich intensiver mit dem Spielzeug beschäftigen, das sie haben. (Payne, K.J. (2009). Simplicity Parenting. New York: Ballantine Books).

Dies können wir auch 1:1: auf uns Erwachsene übertragen!

Laut Payne bestehen die vier Säulen des Überflusses aus

  • zu vielen Wahlmöglichkeiten
  • zu vielen Informationen
  • zu viel Geschwindigkeit
  • zu viel materiellem Besitz

Wenn wir uns, sowie unsere Kinder diesem Überfluss aussetzen, verpassen wir die wertvolle Auszeit, die wir zum Entdecken, Nachdenken und Entspannen brauchen.

Zu viele Wahlmöglichkeiten machen Kinder und auch uns Erwachsene unglücklich und rauben uns das Geschenk der Langeweile, das Kreativität und selbstgesteuertes Lernen bei den Kindern fördert. (Lesen Sie dazu auch meinen Blogbeitrag: www.walserblog.ch/2012/10/27/langeweile-alles-andere-als-langweilig).

Massiv ist auch die heutige Informationsflut, die uns aus allen Kanälen überrollt. Schauen wir uns mal im Alltag um, wie wir ohne Unterbruch und durch alle Ritzen von unnützen Infos zugemüllt werden. Kaum aufgestanden, stopfen wir unseren Kopf voll belastender Bilder und unnützer Details aus der ganzen Welt – und abends gehen r mit diesem Müll, der uns noch von den Spätnachrichten eingeflösst wurde, ins Bett. Wie gehen wir im Alltag damit um? Ändern wir etwas an unserem Verhalten, wenn wir spüren, dass es zuviel ist? Schützen wir uns vor diesem Vertopftsein?!

Wichtige Informationen erreichen uns auch, ohne dass wir dies bewusst wollen. Versuchen wir doch einmal als Übung eine Woche ohne Informationsflut auszukommen (keine Tageszeitung, kein TV, keine News auf dem Smartphone…). Sie werden überrascht sein, wieviel Weltinfo uns dabei trotzdem errreichen kann

Zu grosse Geschwindigkeit im Leben verhindert dann die wichtigen Ruhepausen, das Innehalten, wo der gesundheitlich enorm wichtige Resetknopf gedrückt werden kann, wo in Entspannung und Rückzug eine seelisch, geistige und körperliche Erneuerung und Neuausrichtung geschehen kann.

Zu viel materiellen Besitz kostet uns Erwachsenen viel Zeit und Energie, die wir zur „Bearbeitung“ und Sicherung desselben benötigen. Viele unserer Ängste drehen sich um den Verlust dieses Besitzes.

Hier die Frage, wie viel Geld brauchen wir wirklich um glücklich zu sein?

Genug Geld bedeutet, ein Dach über dem Kopf zu haben, Essen auf dem Tisch und Klamotten am Leib. Mehr Geld macht zwar kurzfristig etwas zufriedener, aber die Effekte nehmen mit zusätzlichem Einkommen immer weiter ab. Ab 50.000-60.000€ im Jahr steigt das Lebensglück einer Studie der Universität Princeton nach gar nicht mehr (und auch schon ein ganzes Stück davor nur noch wenig).

Fast jeder Mensch mit jedem Einkommen geht davon aus, dass er mit 20% mehr Geld endlich glücklich werden könnte. Selbst Reiche leben in der Illusion, sie würden ihr Glück finden, wenn sie drei-bis viermal so viel besässen wie heute, egal, ob sie gerade eine Million oder zehn Millionen auf dem Konto haben. Das haben Harvard-Forscher herausgefunden.

Viel Besitz ruft also nach mehr, weil es immer was Besseres, Schöneres, Schnelleres gibt und uns dieses Habenwollen somit ständig mit Kaufen, Organisieren und Recherchieren neuer Dinge auf Trab hält und unfrei macht.

Der gefühlte Mangel endet nie. Nie! Dazu gehört auch die Stimme in Dir, die genau jetzt vielleicht sagt: „Mir doch egal, was die Forscher sagen, ICH wäre mit mehr Geld definitiv glücklicher!“ Oder: „Ja, aber in meinem Fall würden 20% mehr wirklich einen Riesenunterschied machen!“

Diese Stimme ist kein Hinweis dafür, dass Du anders tickst, sondern ein Beweis, dass die Studie genau Dich meint. Mich übrigens auch. Der erste Schritt ist, nicht mehr zu denken, dass man selbst da ein Sonderfall ist.

Doch wenn schon mehr Geld, dieses Zentrum unseres Lebens und unserer Wünsche, glücklicher macht … was dann?

Neben Arbeit, die einem Freude macht (selbst wenn sie nicht gut bezahlt ist) sind es gute Beziehungen. Eine besonders grosse Rolle spielt dabei Sex – am besten mit einem festen Partner.

Wer statt einmal Sex im Monat auf einmal in der Woche steigt, macht einen grossen Sprung in seinem Lebensglück. Er entspricht einer gross angelegten Studie zufolge einem Zuwachs von 40.000€ mehr Einkommen im Jahr.

Noch wichtiger als die Quantität ist jedoch auch da die Qualität, gelangweiltes Gejuckel nur der Quote wegen bringt’s weniger, als … na ja, was auch immer gute Qualität da für einen selbst bedeutet.

Über „guten Sex“ lesen Sie mehr hier auf meiner Website: www.dr-walser.ch/sex.htm

In seinem Kerne ist alles Dasein Wohlsein – Erleuchtung?

Kann es sein, dass die Idee einer Erleuchtung in dieselbe Sackgasse, wie die religiöse Idee des „Himmels“ führt?
Kann jemand, der erleuchtet werden will, wirklich die Erleuchtung erreichen?! Kann jeder erleuchtet werden?
Oder ist es einfach eine Glücksache? Ist man vielleicht auserwählt? Ist es ein Verdienst nach harter spiritueller Arbeit? Oder geschieht es einfach von einem Moment auf den andern?
Suchen wir da nach einem Idealzustand, wo es nur Glück gibt und Frieden? Wo uns nichts mehr stört, belastet, quält, wo wir frei sind und nach nichts mehr verlangen?

Und was ist mit all dieser Erwartung, die in diesem „ideal-heiligen“ Zustand mit drin ist?!

Was heisst „Erleuchtung“ überhaupt?!
Erleuchtung bezeichnet nach Wikipedia eine religiös-spirituelle Erfahrung, bei der jemand den Eindruck erhält, sein Alltagsbewusstsein sei überschritten worden und er habe eine besondere, dauerhafte Einsicht in eine – wie auch immer geartete – gesamtheitliche Wirklichkeit erlangt. Im heutigen allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter „Erleuchtung“ auch gewöhnlich eine plötzliche Erkenntnis oder Eingebung.

Ich habe Lust, das Wort „Erleuchtung“ in „Beleuchten“ umzuwandeln. Da ist für mich die Entfaltung und die Ausschöpfung meines Potentials enthalten (geistiges, emotionales, körperliches, sinnliches…).
Also alles, was in mir drin ist und noch mehr beleuchtet werden will.
Alles, was noch mehr ins Leben, ans Licht kommen will. „Der Weg zu mir“ sozusagen.
„Beleuchtung“ ist für mich ein Begriff, der ins Leben und in den Alltag führt. Ein Begriff, der mich im Werdeprozess drin bleiben lässt, der nie am Ziel ist.

Bin oder werd ich plötzlich erleuchtet, wäre ich dann am Ziel angelangt und alles bleibt einfach wie es ist? Keine Entfaltung, keine Entwicklung ist mehr möglich oder nötig?!

 

Es öffnen sich hier zwei verschiedene Wege: Zuerst kommt für mich die Frage, was will ich eigentlich? Will ich in meinem Leben an ein Ziel kommen, am Ziel sein? Oder wähle ich den Weg des Wandlungs- und Werdeprozesses, der mich bewegen lässt mit all meinen Schwächen und Stärken?!

 

Veränderung zulassen, das ist wichtig. Mich verändern wollen, mehr von meinem Sein beleuchten. Ja, mich noch mehr werden! Aber nicht, ein Ziel zu erreichen!Dies ist kein Erstreben, kein Ziel, kein Verdienst – es ist für mich ein Werden, eine Stärkung des „Hier und Jetzt“, eine kraftvolle Präsenz.

Der Zustand der ziellosen Präsenz hat für mich auch viel mit „Gelassenheit“ zu tun.
Gelassenheit entsteht überall dort, wo wir lernen zu »warten«, ohne etwas Bestimmtes zu erwarten; das Warten ist »einfach die Ruhe« und erlaubt die Offenheit des Denkens im Unterschied zu einer bestimmten Vorstellung.

 

Wir alle wissen, gute, glückliche Momente kann man nicht an den Haaren herbeiziehen – sie entstehen aus einem Zustand von Gelassenheit, Präsenz und Wohlsein.
„In seinem Kerne ist alles Dasein Wohlsein.“ (Gaston Bachelard in „Poetik des Raumes“).
Wenn wir es so wollen, könnten wir da vielleicht stets in einer Art von Erleuchtung leben?! Oder nennen wir es einfach anders: Ein glückliches Bewusstsein gründet in der Zuversicht, dass gute Momente immer wiederkehren. So ist es nicht ein einziger Zustand, für mich etwas Starres, sondern eine Wellenbewegung, die ganz viel Lebendiges und Momentanes drin hat.

fragen, fragen, fragen!

Fragen führen auf den Kardinalweg zur eigenen Überzeugung, zum „Inneren Ruf“ zum „eigenen Göttlichen“, wie es schon Sokrates nannte. Nach ihm kam wirkliche Einsicht nur von innen. Er glaubte, eine „göttliche Stimme“ in sich zu hören und dass dieses „Gewissen“ ihm sagte, was richtig war. Wer wisse, was gut ist, werde auch das Gute tun. Sokrates hielt es für unmöglich, glücklich zu werden, wenn man gegen seine eigene Überzeugung handelt.

So wird die Frage, „Was brauchst du jetzt?!“ zu einer der wichtigsten Zugänge zu sich selbst und  zum anderen in der Beziehung!
„Fragen, fragen, fragen!“ wird zum wichtigsten Element für das Verständnis zu sich und des Anderen, zum Finden und Anerkennen der Unterschiede zwischen den zwei Menschen in einer Beziehung… dies heisst nicht Zustimmung (wie viele Männer verkennen: siehe: https://walserblog.ch/2016/05/14/zustimmung-und-verstaendnis/), sondern Verständnis!

Auch bei Lehrern kann in Konflikten eine Frage zum Verständnis der Situation führen:
„Was würde Euch jetzt gut tun? Was braucht Ihr jetzt?“

Und auch für den Arzt ist es sehr zentral, immer wieder nachzufragen, was sein Klient im Moment (von ihm) benötigt, braucht oder erwartet!
„Was haben Sie für eine Erklärung zu Ihren Symptomen?“ wäre eine weitere solche Frage, die zu gegenseitigem Verständnis führt!
Siehe hierzu auch meinen Blogbeitrag über ICE (Ideas, Concerns and Expectations): https://walserblog.ch/2013/12/31/ice-ideas-concerns-expectations/

Fragen Sie sich selbst immer wieder spannende Dinge, wie:
Welches war bisher das beste Jahr in deinem Leben?
Welche Entscheidung, die du in letzter Zeit getroffen hast, bereust du?
An wen erinnerst du dich gerne?
In welchen Fällen kommst du zu früh?
Angenommen, du hättest eine Stunde mehr pro Tag: Würdest du sie am Morgen oder am Abend anhängen?
Wofür nimmst du dir zu wenig Zeit? Wofür zu viel?
Was machst du in fünf Jahren nicht mehr?

Noch mehr Fragen, speziell über die vielen Facetten der Gesundheit: www.dr-walser.ch/gesund.htm

…und hier weitere Fragen, die Sie weiterführen: https://walserblog.ch/2015/06/07/fragen/

Vibrationen

Vibrationen in und um uns – allüberall mit uns verbunden, uns einnehmend, uns nährend, uns verbindend…
Vibrationen mit Dingen, mit Menschen, zwischen Menschen, so vielschichtig, so komplex, uns ständig begleitend und uns doch in der bewussten Wahrnehmung oft so fern.
Wo und wie kommen wir ihnen näher oder nehmen wir sie bewusster wahr?

“Vergessen blieb angesichts der Dominanz des Sex dass es noch andere, vielfältigere Lüste gibt, unter anderen die Lüste des Lachens in allen Variationen, die Körper, Seele und Geist zugleich in Vibrationen versetzen…“ (Wilhelm Schmid: Philosophie der Lebenskunst).
Lachen versetzt sowohl unseren Körper, wie auch unsere Seele und unseren Geist in Vibrationen. Dies kennen wir alle sehr gut von lustigen Situationen, Witzen (www.dr-walser.ch/witz.htm)… vibrierende Freude, wie wir es als Kind viel erlebt haben (siehe dies im Video: http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Sein-Daddy-faehrt-den-Groessten/story/17790461).

Stark spüren wir Vibrationen auch beim Tanzen! Tanzen und Lachen sind von den besten, natürlichsten und am leichtesten zugänglichen Tore zum vibrierenden Nicht-Denken.
Wenn du wirklich tanzt, hört das Tanzen auf. Du machst weiter und weiter, du drehst und drehst dich, und du wirst zu einem Wirbel. Alle Begrenzungen, alle Trennungen lösen sich auf. Du weisst nicht mehr, wo dein Körper aufhört und wo die Existenz anfängt. Du löst dich in die Existenz auf, und die Existenz löst sich in dir auf. Die Grenzen verschwimmen. Und wenn du wirklich tanzt – wenn  du es nicht kontrollierst, sondern zulässt, dass es dich packt, wenn du zulässt, dass es von dir Besitz ergreift – wenn du wie besessen bist vom Tanz, hört das Denken auf und eine innere Vibration beginnt. Tanzen kann so eine wunderbare Einführung in einen vibrierenden Zustand des Nicht-Denkens sein. (teils aus Osho, das Buch der Heilung)

Du kannst immer mehr in diese Eigenschaft, in diese Qualität des vibrierenden Nicht-Denkens hineinwachsen. Nach und nach kannst du das Denken immer öfter fallen lassen. Auch wenn es nur für ein paar Augenblicke, eine kurze Weile sein wird. Man findet das Nicht-Denken auch in anderen Dingen, wie im Schwimmen, im Kochen, im Malen…
Sehr oft in musischen Bereichen, in kreativen Momenten, wo das ganze Sein nur noch eine einzige Vibration ist oder zu einer einzigen Vibration wird– ganz in der Wahrnehmung und in all unseren Sinnen.

Natürlich sind wir ständig von Vibrationen umgeben und tragen sie in uns- jedoch nur wenig sind wir ihnen gewahr. Zum Beispiel wenn uns etwas tief drin berührt, wenn es „uns“ vibriert- dann sind wir uns ganz nah und unser Sein bekommt diese Weichheit, die wir oft bei kleinen Kindern beobachten, wenn sie einfach sind – ohne zu denken.

Der Vibration nahe ist auch die Resonanz. Das Schwingen ohne etwas dazutun zu müssen oder zu wollen – einer Welle gleich…

Es kommt, ohne zu fragen und vergeht genauso wieder. Und dabei hinterlässt dieses Schwingen eine Berührung, ein Gefühl, eine Wahrnehmung – hinterlässt: Seinsqualiät.

Wo kommen wir dieser Seinsqualität sonst noch näher?

Setz dich mal eine halbe bis ganze Stunde in die Natur. Vielleicht machst du das oft. Setze dich so hin, dass du einfach bist, die Gedanken ziehen lässt und versuchst, die Natur nicht zu bewerten, nicht mehr zu denken, sie einfach wahrzunehmen, zu spüren. Empfinde sie in dir. Mach dir keinen Stress, warte nicht, erwarte nicht, sei einfach da.

Irgendwann wirst du deine Vibration tief im Innern ganz bewusst wahrnehmen, sie wird dich durchfluten, dich ganz einnehmen. Pures Sein stellt sich ein. Du bist nah an deinem Kern. Wieder Seinsqualität.

Übrigens: Ich glaube, die Beach Boys haben als erste den Begriff „Vibrations“ mit dem 1966 veröffentlichten Song «Good Vibrations» populär gemacht (http://youtu.be/nC2gZMNkyJo).
Songschreiber Brian Wilson sagte, seine Mutter habe zu ihm von Vibrationen gesprochen: «She used to tell me about vibrations. I didn’t really understand too much of what it meant when I was just a boy. It scared me, the word ‚vibrations‘. She told me about dogs that would bark at people and then not bark at others, that a dog would pick up vibrations from these people that you can’t see, but you can feel.» (aus Wikipedia)

Grossen Dank für wesentliche Mitarbeit an F.

Sind Wanderstöcke beim Berggehen sinnvoll?

Berggehen und Bergsteigen schadet den Knien nicht, solange sie gesund sind. Selbst wenn dabei die unterschiedlichsten Druck- und Drehkräfte auftreten. Solange keine angeborenen Beinfehlstellungen oder Verletzungen im Kniegelenk vorliegen, hat man es also weitgehend selber in der Hand, Kniegelenkprobleme zu bekommen oder nicht.

Beim Bergaufsteigen gibt es für das Kniegelenk sicher noch keine Probleme. Schwierig wird es dafür, wenn’s wieder bergab geht. Denn beim Bergabgehen sind die Belastungen für das Knie enorm, weil ja mit jedem Schritt das gesamte Körpergewicht abgefangen werden muss. Daher sollte man sich mit dem Abstieg möglichst viel Zeit lassen, langsam und in kleinen Schritten gehen, und nicht zuviel Gepäck mitnehmen. Man sollte die Gehtechnik situationsbezogen immer wieder umstellen, einmal Füsse querstellen, einmal Doppelstockeinsatz mit den Wanderstöcken, aufrechtes-tiefes Gehen, geradliniges-seitliches Gehen, etc.. Der Oberkörper sollte mit einer Beugung im Hüftgelenk etwas Vorlage haben (dabei aber das Brustbein und den Kopf senkrecht belassen) und auch die Kniegelenke, aber vor allem die Hüftgelenke dabei etwas beugen. Dabei ergibt sich eine Abrollbewegung im Fuss von der Ferse bis zum Fussballen.

Wie kann man die Druckkräfte am besten abfangen? Nicht unbedingt mit den Wanderstöcken! Am besten gelingt das mit einer gut trainierten Oberschenkelmuskulatur: keine Touren gehen, denen man kräftemässig nicht gewachsen ist. Denn je schwächer, ermüdeter und unelastischer der Oberschenkel ist, desto ruckartiger und damit belastender wirkt jeder einzelne Schritt auf die Kniegelenke.

Wanderstöcke sollten nur von Alpinisten benutzt werden, die schon Kniebeschwerden haben – und auch nur zum Bergabsteigen!
Es sind grundsätzlich immer zwei Stöcke zu verwenden, und die sollten am besten stufenlos verstellbar sein, wie Teleskopstangen. Die Stöcke sollten dabei so kurz sein, dass die Ellbogen höchstens eine Beugung von 45 Grad aufweisen. Ausserdem sollten die Stöcke möglichst nahe der Falllinie des Körpers gesetzt werden. Ist der seitliche Abstand zu gross, so fällt die Kraftentlastung weg, und der Bergsteiger kann zudem noch leicht aus dem Gleichgewicht kommen. Gerade das Gleichgewichtsgefühl ist ein zentrales Problem bei den Wanderstöcken: je regelmässiger die Bergstöcke benutzt werden, um so mehr verlernt man, die Balance zu halten! Die häufigste Unfallursache beim Bergsteigen, nämlich das Stolpern bzw. Straucheln, wird dadurch gefördert!

In diesem Zusammenhang ist auch interessant, sonstige sportliche Tätigkeiten mit Stöcken anzuschauen:
Nordic Walking muss so auch kritisch gesehen werden: Die Beeinträchtigung des Gleichgewichtes wird in etwa dieselbe sein wie beim Bergwandern. Zudem ist der Energieverbrauch (Fettverbrennung!), wie häufig behauptet wird, nicht grösser als beim normalen Walken oder leichten Joggen (zeigen zwei finnische Studien). Die etwas höhere Aktivität von Arm- und Schultermuskulatur wird wohl durch ein automatisch weniger intensives Gehen wieder nach unten kompensiert.
Eine Entlastung der Gelenke gibt es durch die Stöcke kaum (siehe oben).

Und noch ein Nachteil zeigt sich bei Faustschlussaktionen durch Halten der Stöcke: Dies hat eine Tonisierung (und spätere Verkürzung und häufige Verspannung) der ganzen Extensorenschlinge des Armes und in Fortsetzung auch der Schultermuskulatur (v.a. des Supraspinatusmuskels) zur Folge! Man muss also – wie richtig instruiert und wie auch im Langlauf – den Stock beim Vorschwingen unbedingt loslassen.

Man kann also auch als Regel formulieren: Beim Sport möglichst nichts in den Händen halten und damit den Faustschluss weitgehend verhindern!

Lesen Sie mehr über die Körperhaltung bei verschiedenen Sportarten auf meiner Website!

und über Bergläufe hier!

und übers Wandern allgemein!