In seinem Kerne ist alles Dasein Wohlsein – Erleuchtung?

Kann es sein, dass die Idee einer Erleuchtung in dieselbe Sackgasse, wie die religiöse Idee des „Himmels“ führt?
Kann jemand, der erleuchtet werden will, wirklich die Erleuchtung erreichen?! Kann jeder erleuchtet werden?
Oder ist es einfach eine Glücksache? Ist man vielleicht auserwählt? Ist es ein Verdienst nach harter spiritueller Arbeit? Oder geschieht es einfach von einem Moment auf den andern?
Suchen wir da nach einem Idealzustand, wo es nur Glück gibt und Frieden? Wo uns nichts mehr stört, belastet, quält, wo wir frei sind und nach nichts mehr verlangen?

Und was ist mit all dieser Erwartung, die in diesem „ideal-heiligen“ Zustand mit drin ist?!

Was heisst „Erleuchtung“ überhaupt?!
Erleuchtung bezeichnet nach Wikipedia eine religiös-spirituelle Erfahrung, bei der jemand den Eindruck erhält, sein Alltagsbewusstsein sei überschritten worden und er habe eine besondere, dauerhafte Einsicht in eine – wie auch immer geartete – gesamtheitliche Wirklichkeit erlangt. Im heutigen allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter „Erleuchtung“ auch gewöhnlich eine plötzliche Erkenntnis oder Eingebung.

Ich habe Lust, das Wort „Erleuchtung“ in „Beleuchten“ umzuwandeln. Da ist für mich die Entfaltung und die Ausschöpfung meines Potentials enthalten (geistiges, emotionales, körperliches, sinnliches…).
Also alles, was in mir drin ist und noch mehr beleuchtet werden will.
Alles, was noch mehr ins Leben, ans Licht kommen will. „Der Weg zu mir“ sozusagen.
„Beleuchtung“ ist für mich ein Begriff, der ins Leben und in den Alltag führt. Ein Begriff, der mich im Werdeprozess drin bleiben lässt, der nie am Ziel ist.

Bin oder werd ich plötzlich erleuchtet, wäre ich dann am Ziel angelangt und alles bleibt einfach wie es ist? Keine Entfaltung, keine Entwicklung ist mehr möglich oder nötig?!

 

Es öffnen sich hier zwei verschiedene Wege: Zuerst kommt für mich die Frage, was will ich eigentlich? Will ich in meinem Leben an ein Ziel kommen, am Ziel sein? Oder wähle ich den Weg des Wandlungs- und Werdeprozesses, der mich bewegen lässt mit all meinen Schwächen und Stärken?!

 

Veränderung zulassen, das ist wichtig. Mich verändern wollen, mehr von meinem Sein beleuchten. Ja, mich noch mehr werden! Aber nicht, ein Ziel zu erreichen!Dies ist kein Erstreben, kein Ziel, kein Verdienst – es ist für mich ein Werden, eine Stärkung des „Hier und Jetzt“, eine kraftvolle Präsenz.

Der Zustand der ziellosen Präsenz hat für mich auch viel mit „Gelassenheit“ zu tun.
Gelassenheit entsteht überall dort, wo wir lernen zu »warten«, ohne etwas Bestimmtes zu erwarten; das Warten ist »einfach die Ruhe« und erlaubt die Offenheit des Denkens im Unterschied zu einer bestimmten Vorstellung.

 

Wir alle wissen, gute, glückliche Momente kann man nicht an den Haaren herbeiziehen – sie entstehen aus einem Zustand von Gelassenheit, Präsenz und Wohlsein.
„In seinem Kerne ist alles Dasein Wohlsein.“ (Gaston Bachelard in „Poetik des Raumes“).
Wenn wir es so wollen, könnten wir da vielleicht stets in einer Art von Erleuchtung leben?! Oder nennen wir es einfach anders: Ein glückliches Bewusstsein gründet in der Zuversicht, dass gute Momente immer wiederkehren. So ist es nicht ein einziger Zustand, für mich etwas Starres, sondern eine Wellenbewegung, die ganz viel Lebendiges und Momentanes drin hat.

fragen, fragen, fragen!

Fragen führen auf den Kardinalweg zur eigenen Überzeugung, zum „Inneren Ruf“ zum „eigenen Göttlichen“, wie es schon Sokrates nannte. Nach ihm kam wirkliche Einsicht nur von innen. Er glaubte, eine „göttliche Stimme“ in sich zu hören und dass dieses „Gewissen“ ihm sagte, was richtig war. Wer wisse, was gut ist, werde auch das Gute tun. Sokrates hielt es für unmöglich, glücklich zu werden, wenn man gegen seine eigene Überzeugung handelt.

So wird die Frage, „Was brauchst du jetzt?!“ zu einer der wichtigsten Zugängezu sich selbst und  zum anderen in der Beziehung!
„Fragen, fragen, fragen!“ wird zum wichtigsten Element für das Verständnis zu sich und des Anderen, zum Finden und Anerkennen der Unterschiede zwischen den zwei Menschen in einer Beziehung… dies heisst nicht Zustimmung (wie viele Männer verkennen: siehe: https://walserblog.ch/2016/05/14/zustimmung-und-verstaendnis/), sondern Verständnis!

Auch bei Lehrern kann in Konflikten eine Frage zum Verständnis der Situation führen:
„Was würde Euch jetzt gut tun? Was braucht Ihr jetzt?“

Und auch für den Arzt ist es sehr zentral, immer wieder nachzufragen, was sein Klient im Moment (von ihm) benötigt, braucht oder erwartet!
„Was haben Sie für eine Erklärung zu Ihren Symptomen?“ wäre eine weitere solche Frage, die zu gegenseitigem Verständnis führt!
Siehe hierzu auch meinen Blogbeitrag über ICE (Ideas, Concerns and Expectations): https://walserblog.ch/2013/12/31/ice-ideas-concerns-expectations/

Fragen Sie sich selbst immer wieder spannende Dinge, wie:
Welches war bisher das beste Jahr in deinem Leben?
Welche Entscheidung, die du in letzter Zeit getroffen hast, bereust du?
An wen erinnerst du dich gerne?
In welchen Fällen kommst du zu früh?
Angenommen, du hättest eine Stunde mehr pro Tag: Würdest du sie am Morgen oder am Abend anhängen?
Wofür nimmst du dir zu wenig Zeit? Wofür zu viel?
Was machst du in fünf Jahren nicht mehr?

Noch mehr Fragen, speziell über die vielen Facetten der Gesundheit: www.dr-walser.ch/gesund.htm

…und hier weitere Fragen, die Sie weiterführen: https://walserblog.ch/2015/06/07/fragen/

Vibrationen

Vibrationen in und um uns – allüberall mit uns verbunden, uns einnehmend, uns nährend, uns verbindend…
Vibrationen mit Dingen, mit Menschen, zwischen Menschen, so vielschichtig, so komplex, uns ständig begleitend und uns doch in der bewussten Wahrnehmung oft so fern.
Wo und wie kommen wir ihnen näher oder nehmen wir sie bewusster wahr?

“Vergessen blieb angesichts der Dominanz des Sex dass es noch andere, vielfältigere Lüste gibt, unter anderen die Lüste des Lachens in allen Variationen, die Körper, Seele und Geist zugleich in Vibrationen versetzen…“ (Wilhelm Schmid: Philosophie der Lebenskunst).
Lachen versetzt sowohl unseren Körper, wie auch unsere Seele und unseren Geist in Vibrationen. Dies kennen wir alle sehr gut von lustigen Situationen, Witzen (www.dr-walser.ch/witz.htm)… vibrierende Freude, wie wir es als Kind viel erlebt haben (siehe dies im Video: http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Sein-Daddy-faehrt-den-Groessten/story/17790461).

Stark spüren wir Vibrationen auch beim Tanzen! Tanzen und Lachen sind von den besten, natürlichsten und am leichtesten zugänglichen Tore zum vibrierenden Nicht-Denken.
Wenn du wirklich tanzt, hört das Tanzen auf. Du machst weiter und weiter, du drehst und drehst dich, und du wirst zu einem Wirbel. Alle Begrenzungen, alle Trennungen lösen sich auf. Du weisst nicht mehr, wo dein Körper aufhört und wo die Existenz anfängt. Du löst dich in die Existenz auf, und die Existenz löst sich in dir auf. Die Grenzen verschwimmen. Und wenn du wirklich tanzt – wenn  du es nicht kontrollierst, sondern zulässt, dass es dich packt, wenn du zulässt, dass es von dir Besitz ergreift – wenn du wie besessen bist vom Tanz, hört das Denken auf und eine innere Vibration beginnt. Tanzen kann so eine wunderbare Einführung in einen vibrierenden Zustand des Nicht-Denkens sein. (teils aus Osho, das Buch der Heilung)

Du kannst immer mehr in diese Eigenschaft, in diese Qualität des vibrierenden Nicht-Denkens hineinwachsen. Nach und nach kannst du das Denken immer öfter fallen lassen. Auch wenn es nur für ein paar Augenblicke, eine kurze Weile sein wird. Man findet das Nicht-Denken auch in anderen Dingen, wie im Schwimmen, im Kochen, im Malen…
Sehr oft in musischen Bereichen, in kreativen Momenten, wo das ganze Sein nur noch eine einzige Vibration ist oder zu einer einzigen Vibration wird– ganz in der Wahrnehmung und in all unseren Sinnen.

Natürlich sind wir ständig von Vibrationen umgeben und tragen sie in uns- jedoch nur wenig sind wir ihnen gewahr. Zum Beispiel wenn uns etwas tief drin berührt, wenn es „uns“ vibriert- dann sind wir uns ganz nah und unser Sein bekommt diese Weichheit, die wir oft bei kleinen Kindern beobachten, wenn sie einfach sind – ohne zu denken.

Der Vibration nahe ist auch die Resonanz. Das Schwingen ohne etwas dazutun zu müssen oder zu wollen – einer Welle gleich…

Es kommt, ohne zu fragen und vergeht genauso wieder. Und dabei hinterlässt dieses Schwingen eine Berührung, ein Gefühl, eine Wahrnehmung – hinterlässt: Seinsqualiät.

Wo kommen wir dieser Seinsqualität sonst noch näher?

Setz dich mal eine halbe bis ganze Stunde in die Natur. Vielleicht machst du das oft. Setze dich so hin, dass du einfach bist, die Gedanken ziehen lässt und versuchst, die Natur nicht zu bewerten, nicht mehr zu denken, sie einfach wahrzunehmen, zu spüren. Empfinde sie in dir. Mach dir keinen Stress, warte nicht, erwarte nicht, sei einfach da.

Irgendwann wirst du deine Vibration tief im Innern ganz bewusst wahrnehmen, sie wird dich durchfluten, dich ganz einnehmen. Pures Sein stellt sich ein. Du bist nah an deinem Kern. Wieder Seinsqualität.

Übrigens: Ich glaube, die Beach Boys haben als erste den Begriff „Vibrations“ mit dem 1966 veröffentlichten Song «Good Vibrations» populär gemacht (https://youtu.be/nC2gZMNkyJo).
Songschreiber Brian Wilson sagte, seine Mutter habe zu ihm von Vibrationen gesprochen: «She used to tell me about vibrations. I didn’t really understand too much of what it meant when I was just a boy. It scared me, the word ‚vibrations‘. She told me about dogs that would bark at people and then not bark at others, that a dog would pick up vibrations from these people that you can’t see, but you can feel.» (aus Wikipedia)

Grossen Dank für wesentliche Mitarbeit an F.

Sind Wanderstöcke beim Berggehen sinnvoll?

Berggehen und Bergsteigen schadet den Knien nicht, solange sie gesund sind. Selbst wenn dabei die unterschiedlichsten Druck- und Drehkräfte auftreten. Solange keine angeborenen Beinfehlstellungen oder Verletzungen im Kniegelenk vorliegen, hat man es also weitgehend selber in der Hand, Kniegelenkprobleme zu bekommen oder nicht.

Beim Bergaufsteigen gibt es für das Kniegelenk sicher noch keine Probleme. Schwierig wird es dafür, wenn’s wieder bergab geht. Denn beim Bergabgehen sind die Belastungen für das Knie enorm, weil ja mit jedem Schritt das gesamte Körpergewicht abgefangen werden muss. Daher sollte man sich mit dem Abstieg möglichst viel Zeit lassen, langsam und in kleinen Schritten gehen, und nicht zuviel Gepäck mitnehmen. Man sollte die Gehtechnik situationsbezogen immer wieder umstellen, einmal Füsse querstellen, einmal Doppelstockeinsatz mit den Wanderstöcken, aufrechtes-tiefes Gehen, geradliniges-seitliches Gehen, etc.. Der Oberkörper sollte mit einer Beugung im Hüftgelenk etwas Vorlage haben (dabei aber das Brustbein und den Kopf senkrecht belassen) und auch die Kniegelenke, aber vor allem die Hüftgelenke dabei etwas beugen. Dabei ergibt sich eine Abrollbewegung im Fuss von der Ferse bis zum Fussballen.

Wie kann man die Druckkräfte am besten abfangen? Nicht unbedingt mit den Wanderstöcken! Am besten gelingt das mit einer gut trainierten Oberschenkelmuskulatur: keine Touren gehen, denen man kräftemässig nicht gewachsen ist. Denn je schwächer, ermüdeter und unelastischer der Oberschenkel ist, desto ruckartiger und damit belastender wirkt jeder einzelne Schritt auf die Kniegelenke.

Wanderstöcke sollten nur von Alpinisten benutzt werden, die schon Kniebeschwerden haben – und auch nur zum Bergabsteigen!
Es sind grundsätzlich immer zwei Stöcke zu verwenden, und die sollten am besten stufenlos verstellbar sein, wie Teleskopstangen. Die Stöcke sollten dabei so kurz sein, dass die Ellbogen höchstens eine Beugung von 45 Grad aufweisen. Ausserdem sollten die Stöcke möglichst nahe der Falllinie des Körpers gesetzt werden. Ist der seitliche Abstand zu gross, so fällt die Kraftentlastung weg, und der Bergsteiger kann zudem noch leicht aus dem Gleichgewicht kommen. Gerade das Gleichgewichtsgefühl ist ein zentrales Problem bei den Wanderstöcken: je regelmässiger die Bergstöcke benutzt werden, um so mehr verlernt man, die Balance zu halten! Die häufigste Unfallursache beim Bergsteigen, nämlich das Stolpern bzw. Straucheln, wird dadurch gefördert!

In diesem Zusammenhang ist auch interessant, sonstige sportliche Tätigkeiten mit Stöcken anzuschauen:
Nordic Walking muss so auch kritisch gesehen werden: Die Beeinträchtigung des Gleichgewichtes wird in etwa dieselbe sein wie beim Bergwandern. Zudem ist der Energieverbrauch (Fettverbrennung!), wie häufig behauptet wird, nicht grösser als beim normalen Walken oder leichten Joggen (zeigen zwei finnische Studien). Die etwas höhere Aktivität von Arm- und Schultermuskulatur wird wohl durch ein automatisch weniger intensives Gehen wieder nach unten kompensiert.
Eine Entlastung der Gelenke gibt es durch die Stöcke kaum (siehe oben).

Und noch ein Nachteil zeigt sich bei Faustschlussaktionen durch Halten der Stöcke: Dies hat eine Tonisierung (und spätere Verkürzung und häufige Verspannung) der ganzen Extensorenschlinge des Armes und in Fortsetzung auch der Schultermuskulatur (v.a. des Supraspinatusmuskels) zur Folge! Man muss also – wie richtig instruiert und wie auch im Langlauf – den Stock beim Vorschwingen unbedingt loslassen.

Man kann also auch als Regel formulieren: Beim Sport möglichst nichts in den Händen halten und damit den Faustschluss weitgehend verhindern!

Lesen Sie mehr über die Körperhaltung bei verschiedenen Sportarten auf meiner Website!

und über Bergläufe hier!

und übers Wandern allgemein!

Lebendigsein!

„Man sagt, dass wir einen Sinn des Lebens suchen… Ich glaube, was wir wirklich suchen, das ist die Erfahrung des Lebendigseins, so dass unsere physische Existenz mit unserem innersten Sein und unserer innersten Wirklichkeit zusammenklingt und wir tatsächlich fühlen, was es heisst, lebendig zu sein.“ Joseph Campell

Wie komme ich wieder zu meinem „Lebendigsein“?!

Graben Sie ihre ersten Fotos der Jugend aus. Sicher finden Sie solche, auf denen Sie übermütig und eigen-mächtig mit überschäumender Lebensfreude in die Welt hinausrennen. Alles war möglich!
Jeden Tag etwas ganz Neues, Ver-rücktes tun!
Tanzen Sie vermehrt – wild.
Gehen Sie so oft barfuss wie möglich.
Lassen Sie sich massieren – und massieren Sie ihren Partner. Massieren Sie sich selber: ihre Füsse nach einem Fussbad – ihre Lippen – ihre Kopfhaut – mehr…
Singen Sie wieder mal für sich – oder mit anderen. Melodien, die nur in dir schlummern, finden und aus-singen.
Schwimmen Sie in Seen und Flüssen – und spielen Sie mit Kindern.
Im Sommerregen über die Wiese rennen – zusehen wie die Wolken vorbei ziehen – Sonnenuntergänge bestaunen – auf Berge steigen und lang in die Weite schauen – das Glitzern im Wasser sehen – Loswandern, ohne zu wissen wohin – die Augen schliessen beim Rückwärtsgehen – die Unsicherheit geniessen – …

Wieder mal vor Freude und Lebendigsein zittern!

LEBENDIGSEIN heisst aber nicht nur Lebens-Freude – es ist auch Lebens-Trauer, etc… sogenannte Stärken und Schwächen, tief und eigen-mächtig gelebte Gefühle, Konzepte und Glaubenssätze. Das was uns auch „mitten im Feuer“ im Innersten zusammenhält, wenn alles „Äussere“ wegfällt… Ein eigentliches Verliebtsein ins Leben!

sich mehr entspannen: www.dr-walser.ch/entspannung.htm

erotisch leben: www.dr-walser.ch/sex.htm

viel lachen – sich Witze erzählen: www.dr-walser.ch/witz.htm

„Was gibt ein Mensch dem anderen? Er gibt etwas von sich selbst, vom Kostbarsten, was er besitzt, er gibt etwas von seinem Leben. Das bedeutet nicht unbedingt, dass er sein Leben für den anderen opfert –sondern dass er ihm etwas von dem gibt, was in ihm lebendig ist; er gibt ihm etwas von seiner Freude, von seinem Interesse, von seinem Verständnis, von seinem Wissen, von seinem Humor, von seiner Traurigkeit –von allem, was in ihm lebendig ist.

Indem er dem anderen auf diese Weise etwas von seinem Leben abgibt, bereichert er ihn, steigert er beim anderen das Gefühl des Lebendigseins und verstärkt damit dieses Gefühl des Lebendigseins auch in sich selbst. Er gibt nicht, um selbst etwas zu empfangen; das Geben ist an und für sich eine erlesene Freude. Indem er gibt, kann er nicht umhin, im anderen etwas zum Leben zu erwecken, und dieses zum Leben Erweckte strahlt zurück auf ihn; wenn jemand wahrhaft gibt, wird er ganz von selbst etwas zurück empfangen. Zum Geben gehört, dass es auch den anderen zum Geber macht, und beide haben ihre Freude an dem, was sie zum Leben erweckt haben. Im Akt des Gebens wird etwas geboren, und die beiden beteiligten Menschen sind dankbar für das Leben, das für sie beide geboren wurde…“
(Erich Fromm, die Kunst des Liebens)

unsere natürlichen Rhythmen

Vieles in und um uns ist Rhythmus, wir bewegen uns mit diversen Rhythmen – wir selbst sind Rhythmus.

Unsere natürlichen Rhythmen werden weitgehend vom Wechsel von Kontakt und Rückzug, von Aussen und Innen, von Spannung und Entspannung, auch Wechsel von Aktivität und Ruhe bestimmt…

Nicht zu vergessen sind dabei die biologisch vorgeschriebenen Rhythmen des Menschen. Taktgeber sind sicher die bekannten Natur-rhythmen der Erde: die Mondphasen, das Licht im Tag- und Nacht-Wechsel, die Jahreszeiten, usw.

Wenn wir also im Tages-, Wochen- und Jahresverlauf zum Beispiel jene Erholungspausen einhalten, die uns innerlich vorgeschrieben sind, kann unser Organismus seine Funktionen wie beim Resetting eines Computers immer wieder synchronisieren und Abweichungen vom Sollzustand (zum Beispiel auch krebsartiges Ausflippen von Organzellen mit Abwehrvorgängen des Immunsystems) ausgleichen. Ignorieren wir diese Bedürfnisse, werden die Abweichungen immer grösser und damit verliert auch der Organismus immer mehr die Fähigkeit, von selbst in seine Ordnung zurückzufinden.

Zudem scheinen unsere vorgegebenen biologischen Rhythmen auch tagsüber etwa neunzig Minuten lang zu sein (wie die Tiefschlafphasen nachts).
Ideal wäre, dass wir uns tagsüber alle 60 bis 90 Minuten etwa 5 bis 15 Minuten Rückzug und Pause gönnen. So stellen wir unseren inneren Rhythmus wieder von der „Hamsterradfrequenz“ zurück in die heilsame Ruhe und stärken so unter anderem kräftig unser Immunsystem. (Literatur dazu: Verena Steiner, Energiekompetenz, Pendo-Verlag 2005 )

Licht und Nahrung synchron

Auch ein regelmässiger Tagesablauf mit gut eingeplanten Essenszeiten kann sehr wichtig sein. Licht und Nahrung sind die wichtigsten Zeitgeber des Menschen und sind idealerweise synchron. Es wäre deshalb gut, eine Hauptmahlzeit und eine bis zwei kleinere Mahlzeiten pro Tag  möglichst regelmässig einzuplanen. Zudem essen wir wenn möglich nur bei Tageslicht, da sich mit Eintreten der Dunkelheit unser Stoffwechsel grundlegend umstellt und Fett wie auch Kohlenhydrate viel langsamer abgebaut werden.

Der Tagesrhythmus und die Tageseinteilung, insbesondere der Schlaf, kann deshalb auch ein Schlüssel für das Management von chronischer Müdigkeit, Stoffwechselkrankheiten, wie auch Übergewicht sein. Übermüdung führt zu einer Dysfunktion des Frontalhirns und dadurch zu unkontrolliertem Essverhalten. Zu langer Schlaf führt zu Bewegungsmangel. Ein Normalgewicht erreicht man in grösseren Studien bei einem täglichen Schlaf zwischen etwa 7 und 8 Stunden. Schlafmangel erhöht das Ghrelin und erniedrigt das Leptin, was zu mehr Hunger führt.

„Sozialer Jetlag“

Wer am Wochenende einen völlig anderen Schlafrhythmus hat als unter der Woche, kann leicht eine chronische Müdigkeit entwickeln. Somit gerät auch sein Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht.
Je grösser dieser „soziale Jetlag“ ist, desto grösser ist auch das Übergewichtsrisiko. (Siehe die deutsche Studie mit Analyse von Schlafmuster und  BMI von rund 65’000 Menschen: Social Jetlag and Obesity, Till Roenneberg et al, Current Biology – 10 May 2012)

Es wäre sinn- und wertvoll, für sich einen guten Rhythmuswechsel zu finden, bei dem man sich gesund, fit und wohl fühlt. Rhythmen können helfen, dass sich Körper, Geist und Seele immer wieder entspannen und wir fliessend mit unserem ureignen Lebensrhythmus mitgehen.
Dies heisst also nicht, sich ständig zu kontrollieren, ob diese Rhythmen streng eingehalten werden – denn damit verliert man zum Schluss weitgehend seine Lebenslust.

Lesen Sie mehr zu Schlafrhythmen: www.dr-walser.ch/schlaf.htm
zu Nahrung und Licht: www.dr-walser.ch/ernaehrung.htm
zu Stoffwechselrhythmusstörungen: www.dr-walser.ch/metabolisches_syndrom.htm

 

 

 

Zustimmung und Verständnis

Ein sehr wichtiges Element des Zusammenlebens ist es, dem Anderen „sein Leben, seine Welt“ zu lassen – und nicht, ihn von meiner Sicht, meiner Welt überzeugen zu wollen. Ich mache mein Gegenüber also nicht zu einer Kolonie meines Imperiums. Ich „kolonialisiere“ ihn also nicht.
Ich komme so von der kopfigen „Zustimmung“ zum bauchigen „Verständnis“ des Anderen. Geben wir dem Mitmenschen doch einfach mehr Verständnis, mehr Gehör – und man muss dabei gar nicht immer zustimmen.
Dies ist ungemein entlastend.
Wir Männer fordern häufig gleich Zustimmung („Du bist für mich – oder gegen mich!“). Frauen wollen demgegenüber meist einfach verstanden werden. 
Auch für uns Männer wäre manchmal Verstehen-wollen mit mehr Frieden verbunden und ein Weg vom Kopf in den Bauch…
Dies führt mich zu meiner Lieblingsaussage über eine gelungene Beziehung, die ich hier bereits andernorts erwähnt habe:
Beziehung ist Anerkennung von Unterschieden.“ (Fritz Perls).
Sie können dieses Anerkennen, dieses Verständnis in Form eines „Zwiegesprächs“ üben: regelmässige Gespräche mit Ihrem Partner, deren Zeitpunkt im Voraus vereinbart wurden. Jeder hat 15 bis 20 Minuten Zeit um über alles zu sprechen, was ihm in den Sinn kommt. Er wird dabei nie unterbrochen. Er kann zuerst über sich sprechen, dann, wie er den Partner erlebt – und dann auch über die Beziehung. Man ist völlig frei in Struktur und Inhalt. Nach einer schweigenden Pause hat die/der Andere 15 bis 20 Minuten Zeit. Es sollte auch nachher eine gewisse Zeit das Gesagte nicht kommentiert werden.
Man benützt diese Zwiegespräche zur „Differenzierung“ vom Anderen, um seine Einzigartigkeit, die Unterschiede herauszuarbeiten. Beziehung wird also auch Anerkennung von Unterschieden.
So verhindern Sie, dass sich Routine und Langweile einschleichen und eine scheinbare „Komfortzone“ auch in der Beziehung breit macht, die durch ihr Festgefahrensein auf Dauer sehr einschränkt und verknöchert.
Ich habe dies am Beispiel der Sexualität einer längerdauernden Beziehung hier auf meiner Website beschrieben: www.dr-walser.ch/sex.htm