Was die westliche Medizin von Tantra lernen kann.

Tantra heisst wörtlich „Befreiung durch Ausdehnung“. Dies bedeutet, dass ein Tantriker schrittweise seine Bewusstheit in jeden Aspekt seines Lebens ausdehnt.

Was ist denn im Tantra zentral:

I. Der Körper
Anders als in den meisten spirituellen Richtungen und Religionen wird der Körper im Tantra nicht abgelehnt, sondern ganz im Gegenteil: Er wird als „Tempel des Göttlichen“ verehrt. Die Begegnung zweier Körper wird als etwas Heiliges angesehen und bewusst gelebt, ja gefeiert. Begegnung wird im Tantra also zur Meditation.
Dabei steht die Sensibilisierung des Körpers im Zentrum:
– Die Berührung mit der Hand, die mit dem Bauch verbunden ist.
– Ein Schmecken, das mit dem Herzen verbunden ist.
– Ein Sehen, das „mit dem dritten Auge“ verbunden ist.

II. Die Sinne
Die fünf Sinne werden im Tantra als Tore zum Sein verstanden. Sie werden als Meditationsobjekte und Schlüssel genutzt, um Zugang zur „grenzenlosen Freiheit und Offenheit des wahren Selbst“ zu finden, das in jeder Sinneserfahrung latent präsent ist. Mit anderen Worten wird Achtsamkeit und Gewahrsein in jedem Augenblick des Alltags wichtig.

III. Die Sexualenergie
Die Sexualenergie oder Kundalini-Energie, wie sie im Tantra genannt wird, ist die mächtigste Energie auf diesem Planeten und die Quelle allen Lebens. Im Tantra lernst du, diese Energie zu befreien, zu entfachen und so zu lenken, dass man selbst „den Tiger reiten“ lernt. Tantra wird deshalb auch manchmal der „schnelle Weg zur Erleuchtung“ genannt – und deshalb auch häufig missbraucht.

Das Tantra sagt nicht: Ziehe Dich zurück von der Welt, um Dich selbst zu erkennen, sondern lebe mit diesem Körper, mit Deinen Sehnsüchten, allen Gefühlen und in allen Situationen, die das Leben Dir bietet, und Du wirst „Dein wahres Selbst“ erfahren.Die Lernschritte auf diesem Weg sind die vollständige Annahme des eigenen Selbst (Selbstliebe), die Hingabe an den Moment (im Hier und Jetzt sein) und der Wunsch, den Anderen so zu lieben wie er ist (bedingungslose Liebe).

Die Lehre des Tantra kann zu einer echten Bereicherung für unseren Kulturkreis werden. Festhalten, cool sein, zielorientiertes Handeln, Leistung usw. sind anerkannte Werte unserer Gesellschaft; Loslassen, Hingabe, Gefühle frei äussern, den Körper als Tempel der Seele und unsere Sexualität als höhere Gabe zu ehren, sind Werte, die uns das Tantra nahe bringt.
So ist Tantra nicht nur eine Liebesschule, sondern ein Weg der ganzheitlichen Selbsterfahrung. Deshalb ist es auch für die westliche Medizin eine immens wertvolle Ergänzung – und Ausweg aus vielen schulmedizinischen Sackgassen!

Lesen Sie dazu mehr auf meiner Website:
– Zur Grundhaltung mit Annehmen der Lust und des Körpers als Temple der Seele – Im Gegensatz zur etwas rigid-streng-moralischen Grundhaltung in der westlichen Medizin:http://www.dr-walser.ch/genuss.htm
– Zur Hingabe an den Moment (im Hier und Jetzt sein) oder raus aus dem Hamsterrad und rein in die Entspannung: http://www.dr-walser.ch/entspannung.htm
– Zur Achtsamkeit im Alltag (in der alltäglichen Bewegung und Haltung): http://www.dr-walser.ch/rolfing.htm
– Zum Wunsch, den Anderen so zu lieben wie er ist (bedingungslose Liebe):http://www.dr-walser.ch/sex.htm