Schlagwort: stress

  • Gesund werden durch ein starkes Kohärenzgefühl

    Gesund werden durch ein starkes Kohärenzgefühl

    Kohärenz ist der Zustand, bei dem ein Mensch feststellen kann, dass es so wie es gerade ist, sich stimmig – und auch zuversichtlich anfühlt. Selbst mitten in einem Krankheitsprozess hilft ein starkes Kohärenzgefühl zur Gesundwerdung.

    Es besteht aus den drei Dingen: Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit.

    Vom Wissen zur Erkenntnis.

    Bedenken Sie dabei immer, dass “Wissen” durch Informationsaneignung in der Medizin in die Irre – und erst “Erkenntnis” zum Ziel führt. Die Suche zur Erkenntnis geht nach innen: “Wer bin ich?”. Dies ist viel essentieller und ganzheitlicher als “Was habe ich (für eine Krankheit)?”. Deshalb ist auch Wikipedia und Google bei medizinischen Fragen häufig sogar schädlich, da die Erkenntnis keine Sache ist, die sich übertragen lässt. Man muss in sie hineinwachsen, sie erleben. Es ist wie mit der Liebe: Solange Sie sie nicht selbst entdecken und leben, werden Sie auch nie wissen, worum es sich handelt (auch nicht aus tausend Liebesromanen).

    Erkenntnis geht über die Hirnleistung aus, in unser Herz und den ganzen Körper: Wir er-fassen unseren Prozess, be-greifen den Sinn und ver-stehen das Ganze in einem grösseren Zusammenhang. Dies ist die Grundlage für eine Haltung des Individuums gegenüber der Welt und dem eigenen Leben. Von dieser Grundhaltung hängt es massgeblich ab, wie gut Menschen in der Lage sind, vorhandene Ressourcen zum Erhalt ihrer Gesundheit und ihres Wohlbefindens zu nutzen.

    Je ausgeprägter das Kohärenzgefühl einer Person ist, desto gesünder ist sie bzw. desto schneller wird sie gesund und bleibt es.

    Verstehen, Handhaben und Sinn geben.

    Das Gefühl von Handhabbarkeit bzw. Bewältigbarkeit ist die Überzeugung eines Menschen, dass er geeignete Ressourcen zur Verfügung hat, um den Anforderungen zu begegnen – wozu auch der Glaube an die Hilfe anderer Menschen oder einer höheren Macht zählt.

    Das Gefühl von Sinnhaftigkeit bzw. Bedeutsamkeit ist das Ausmass, in dem man das Leben als emotional sinnvoll empfindet: Dass wenigstens einige der vom Leben gestellten Probleme und Anforderungen es wert sind, das man Energie in sie investiert, dass man sich für sie einsetzt und sich ihnen verpflichtet; dass sie eher willkommene Herausforderungen sind, als Lasten, die man gerne los wäre.

    Wie reagiere ich auf Stress?

    Stress ist in unserem Leben nicht zu vermeiden. Entscheidend aber ist, ob ich dem stressvollen Ereignis, etwa einer Prüfung, Sinn verleihen kann, ob mit klar ist, dass diese Prüfung notwendig ist (zum Beispiel, um mir bewusst zu machen, ob ich genügend Kompetenz besitze, um dann in einem bestimmten Bereich zu arbeiten), ob ich die Prüfungsfragen verstehe (Verstehbarkeit), ob ich mit der Prüfungssituation zurecht komme (pünktlich sein, nicht panisch sein, mir genügend Zeit für jede Frage nehme, usw.). Das wäre die Handhabbarkeit.

    Es gilt also auch hier, dass wir unsere Erlebnisse, unser Schicksal (auch Krankheiten) im Leben nicht wählen können, jedoch wie wir diese wahrnehmen und beurteilen. Diese Einstellung (Selbsturteil, Gedanken und Gefühle) über das, was wir erleben sind erst unserem freien Willen unterstellt (Weiterlesen >>> „Nicht was wir erleben, sondern wie wir wahrnehmen was wir erleben, macht unser Schicksal aus.“).

    Reaktion auf eine schwere Krankheit

    Nehmen wir das Beispiel einer schweren Krankheit. Die Menschen denken, wenn eine Krankheit kommt, dann ist das Schicksal besiegelt und man ist auf der Verliererseite. Und ja, ernsthaft krank zu werden hat immer etwas Tragisches, etwas Trauriges, etwas Belastendes, da möchte ich nicht beschönigen. Aber ob das Krankgewordensein das Ende des Glücks ist, das hängt nicht nur von der Krankheit ab, sondern davon, wie wir selbst damit umgehen, wie wir es deuten, wie wir uns dazu verhalten.
    Wir können uns zurückziehen und resignieren. Oder wir packen das Leben dann erst recht an und setzen alles daran, uns jetzt zu verwirklichen, trotz der Einschränkungen, die die Krankheit mit sich bringt und die natürlich beschwerlich sein können. Es stellt sich zunächst einmal ein Durchbruch zu einem anderen Leben ein.
    Die Krankheit wird geschickt, aber unser Schicksal erfüllt sich erst im selbst gewählten Umgang mit dem Kranksein. Die Freiheit liegt nach wie vor in der Freiheit der eigenen Einstellung und Wahrnehmung (Selbsturteil, Gedanken, Gefühle). Neue Lebensziele werden gefordert, ein neuer Lebenssinn. Es lassen sich Dinge erkennen, die man vorher nicht zu sehen bereit war. Der krank gewordene Mensch kann sensibler und tiefsinniger werden.

    Ein Mensch mit grossem Kohärenzgefühl, der also sein Leben als sinnvoll und sich durchaus auch voller gesunder Anteile sieht – der kann auch andere bereichern und beschenken. Er ist nicht mehr bedürftig, sondern liebend.
    (Giovanni Maio, Medizinethiker in Psychologie Heute, 08/2020)

    Den Mitmenschen nicht zum Objekt machen.

    Wie aber hat er dies erreicht? Eine Schlüsselhandlung hat er nicht oder wenig erlebt, die einem anderen Menschen das Kohärenzgefühl nimmt oder verkleinert:
    Er hat wenig erlebt, dass er durch andere zum Objekt gemacht wurde, durch Bewertung, Belehrung, Massnahmen, Belohnung/Bestrafung, etc… Wir leben leider auch in einer Ära der Moralisierung von Krankheit. Heute gilt sie als Folge schuldhaften Verhaltens, als Resultat eigener Versäumnisse.
    Es ist also an uns Erzieher*innen, Lehrer*innen, Politiker*innen, Ärzt*innen möglichst wenig zu bewerten, zu belehren, zu massregeln, zu bestrafen,…

    • Geh im Zweifelsfall vom Guten aus!
      In den meisten Fällen wird man darin bestätigt werden, da die meisten Menschen wirklich im Grunde gut sind. Dazu Anne Frank: „Es ist wirklich ein Wunder, dass ich nicht alle meine Ideale fallen gelassen habe, weil sie so absurd und unmöglich zu verwirklichen scheinen. Aber ich behalte sie, weil ich trotz allem glaube, dass die Menschen im Herzen wirklich gut sind.“
    • Versuche, den anderen zu verstehen, auch wenn du keine Zustimmung aufbringen kannst! Beispiele: Norwegisches Gefängniswesen, Nelson Mandela… (Lies dazu Rutger Bregmans Buch “im Grunde gut”!)
    • Schütze Menschen vor prekären Verhältnissen, die krank machen (Armut, Rassismus, Sexismus,…).

    So können mehr liebende Menschen entstehen, die ein gesundes, sinnhaftes und zufriedenes Leben ihr Eigen nennen können.

    Und… Dauerstress zerstört alles wieder!

    Dauerstress ist klar der Feind des guten Kohärenzgefühls und schwächt immer auch den Lebenssinn und Lebensmut. Entspannung und Meditation ist der Freund und Verstärker.

    Weiterlesen über Selbsthilfe, Selbstwirksamkeit und Salutogenese:
    www.dr-walser.ch/salutogenese/
    Weiterlesen über die goldene Regel der Ethik: walserblog.ch/2021/01/10/goldene-regel-der-ethik/
    und über „krank und trotzdem zufrieden“!

    Veröffentlicht am 17. Juli 2020 von Dr. med. Thomas Walser
    Letzte Aktualisierung:
    10. Januar 2024

  • Stress, Depressionen und Suizid vor allem bei jungen Frauen durch Social Media!

    Stress, Depressionen und Suizid vor allem bei jungen Frauen durch Social Media!

    Psychologen der Uni San Diego unter der Leitung von Jean Twenge veröffentlichten ein neues Paper über Depressionen und Mental Health Issues unter Jugendlichen, in dem sie einen starken Anstieg seit 2011 feststellen und zwar vor allem unter Millennials, also den nach 1980 geborenen. Gleichzeitig stellten die Forscher einen signifikanten Anstieg von Stress und Selbstmordgedanken unter Jugendlichen fest.

    Die Zunahme von Mental Health Issues ist bei Mädchen deutlich stärker als bei Jungs. Der Grund dafür scheint der Popularitätswettbewerb zu sein, der unter Mädchen gnadenloser und härter ist, gerade im Hinblick auf soziale Interaktion, was sich in diesen Zahlen deutlich abbildet. Knaben können im Netz ihre Kompetitionsbereitschaft im Gamen ausleben, was sich psychologisch kaum negativ auswirkt.

    WEITERLESEN >>>

  • ​Zuviel Disziplin und Selbstkontrolle macht Stress und damit auch dick!

    ​Zuviel Disziplin und Selbstkontrolle macht Stress und damit auch dick!

    Die neusten Trends im Sport und in der Ernährung, angeführt von Fitnessmodels auf Instagram, etc. verlangen vor allem eines: viel Disziplin und Selbstkontrolle!
    „Der Ton der Massregelung in der modernen Fitnesskultur (und übrigens nicht viel weniger im modernen Gesundheitswesen!) widerspiegelt wohl nur die Heftigkeit, mit der wir uns gegen den inneren Schweinehund wehren und all die Anforderungen des Alltags, die uns an bequeme Stühle fesseln und Auf-einen-Bildschirm-Starren. Die nützlichsten Mitglieder der digitalkapitalistischen Gesellschaft sind daher die, denen es am besten gelingt, ihren Körper gänzlich zu ignorieren und ihre Biologie zu verdrängen.“ (Zitat aus „die Zeit“ von Marie Schmidt, 13.7.17)

    In diesem Arbeits- und Freizeits-Stress spielen unsere Hormone verrückt: Es wird unter weiteren viel Cortisol ausgeschüttet. Cortisol fährt unser Immunsystem runter (wir werden also anfälliger für Entzündungen und Infektionen)! Cortisol führt aber auch zu einer Fetteinlagerung im Bauch, Brust und Gesicht (Stammfettsucht wie in der Cushingkrankheit)!

    Rumjoggen mit hochrotem Kopf, Poweryoga, Spinning und jede Art Leistungssport führen zu Stress, zu Kortisolausschüttung und schlussendlich zur Infektanfälligkeit, zu Entzündungsneigung und Fetteinlagerung in der gefährlichen Apfelform und zur Verkalkung der Arterien (also auch Herzinfarkt, plötzlicher Herztod…).

    Wir sind ja meist überzeugt, dass Ausdauersport gesund ist und er unser kardiovaskuläres Risiko reduziert. Eine belgische Forschergruppe belehrt uns nun eines Besseren (Studie). Stressiger Ausdauersport, der leistungsbetont ist, verhindert den Herzinfarkt nicht – im Gegenteil!

    Demgegenüber führt entspannte Bewegung mit mässiger Leistung und in lockerer, befreiter Stimmung (also ohne Kortisol!) zur wirklich gesunden Lebensweise.

    Willenskraft? Nein: Gewohnheiten!

    Wir überschätzen uns und unsere Willenskraft. Wir glauben, wenn wir uns nur am Riemen reissen, könnten wir jederzeit unser Verhalten steuern und unsere Ziele erreichen. Das stimmt aber leider nicht.

    Es wird immer klarer, dass Selbstkontrolle und Disziplin beim Gesundheitsverhalten zu eng gesehen wurde. In vielen Studien zeigte sich, dass Selbstkontrollierte zwar mehr Sport treiben, gesünder essen, sich weniger von der Arbeit abhalten lassen und bessere Leistungen erzielen – aber nur, sofern sie feste Gewohnheiten haben! Sie essen fast täglich zur gleichen Zeit, treiben Sport zu festen Zeiten und gehen fast täglich immer zur gleichen Zeit schlafen. Leute mit hoher Selbstkontrolle strukturieren ihr Leben so, dass sie gar nicht erst in Not kommen, sie anwenden zu müssen.
    Und… sie sehen „Selbst-Kontrolle“, als „Empathie zu sich selbst“!

    Kurzum: Unerwünschtes Verhalten zu unterdrücken nützt mal wieder sehr wenig. Und: Was man nicht gerne macht, sollte man automatisieren.

    Selbstkontrolle vs. Genuss

    Lange galt Selbstkontrolle in der Psychologie als Schlüssel zum guten Leben. Doch neue Studien zeigen: Wichtiger ist wohl die Fähigkeit, die kleinen Freuden des Alltags zu geniessen.

    (Photo by Jakob Owens on Unsplash)

    Letzte Aktualisierung durch Thomas Walser:
    08. Mai 2025

  • Stress, Spannung, nervös: Parasympathikus stärken

    Stress, Spannung, nervös: Parasympathikus stärken

    Für uns Westler – im Dauerstress und ohne Ruhe lebend – ist die Stärkung der parasympathischen Seite des Vegetativen Nervensystems meist der wichtigere Teil.
    Stress ist das subjektive Empfinden, dass die eigenen Ressourcen nicht ausreichen, um eine Situation zu bewältigen. Durch diese Schwäche der Ressourcen und das spannungsvolle Leben ist unser Sympathikus meist viel zu stark aktiviert (= grosser Sympathikotonus).
    Natürlich existieren aber auch Menschen, deren Sympathikus zu schwach aktiviert ist (sog. Vagotoniker, da der Vagus der wichtigste Nerv des Parasympathikus ist).
    Hier unterscheide ich gewisse Krankheiten und Zustände nach Übergewicht oder Schwäche einer dieser Seiten des Vegetativums – und bespreche auch Lösungsansätze, die sich daraus ergeben.

    Die Fatigue ist ein Endzustand einer Daueraktivierung des Sympathikus

    Weiterlesen über die Fatigue >>>

    SOS-Übungen gegen den Stress

    Die Anspannung steigt. Sie werden hektisch. Der Rücken schmerzt.
    Diese Übungen helfen, Körper und Geist zu entspannen:

    • Erdung: Sich barfuss hinstellen. Füsse beckenbreit und parallel. Augen schliessen. Becken ganz sanft wie eine Schublade leicht nach hinten gleiten lassen – ohne Bauch- und Gesässmuskeln – nicht kippen. Bauchwand entspannen. Brustbein hängt frei und ist senkrecht. Schultern nicht nach oben ziehen, sondern locker auf den Oberkörper hinlegen (wie grosses Tuch) – Arme hängen in Schultergelenken. Der Kopf balanciert auf der Mittelachse durch die Ohren – wie eine Boje auf ruhigem Wasser.
    • Fäuste: Eine Kurzform der progressiven Muskelentspannung reicht meist: Legen Sie sich ins Bett, spannen Sie die Gesässmuskeln an, ballen Sie die Hände ganz fest zu Fäusten und drücken Sie den Kopf ins Kissen. Zählen Sie auf 30 und entspannen Sie dann alle Muskeln wieder. Das Ganze wiederholen Sie etwa fünf bis sechs Mal. Hier finden Sie die erweiterte Form dieser Muskelentspannung >>>
    • Atmung: Eine Minute täglich die tiefe Bauchatmung machen. In dieser Minute atmet man sechsmal tief ein und wieder aus, so dass die Bauchdecke sich spürbar hebt und senkt. Die Austamung etwas länger als die Einatmung: Beim Ausatmen langsam auf 7 zählen – beim Einatmen auf 5.
    • Sprünge: Wer während eines langen Schreibtischtages schnell Dampf ablassen muss, kann sich ein Springseil zulegen. Seilspringen braucht wenig Platz und treibt den Puls schnell in die Höhe. Oder als Alternative (ohne zusätzliches Gerät) Treppen runter- und wieder hochlaufen, dabei zwei Stufen auf einmal nehmen.
    • Lachen: Im Stress neigen wir dazu, die Stirn in Falten zu legen und die Zähne aufeinanderzubeissen. Im Lachen, das man sich auch selbst schenken kann, ist das Gesicht dagegen entspannt und man kommt innerlich zur Ruhe. Witze regen dazu an >>>

    was bessert > oder verschlechtert > ?

     

    Krankheit oder Zustandsbildmehr Sympathikusmehr Parasympathikus
       
    aggressives Verhalten
    Angst mit Durchfall und Lähmung
    Angst mit Herzrasen und Hyperventilation
    Asthma (Bronchokonstriktion) / erhöhte Schleimbildung
    Diabetes (Insulinsekretion aus dem Pankreas)
    Erektionsstörung
    Erröten schnelles
    Herzinfarkt
    hoher Blutdruck, Hypertonie
    niedriger Blutdruck, Hypotonie
    Hyperventilation (überaktive Atmung)
    Kollapsneigung, vasovagale Synkopen
    Magengeschwüre
    matt, schwunglos, kalte Füsse und Hände
    Nervosität, Unruhe, zuviel Stress, Muskelspannung
    Schilddrüse (Hormonsekretion)
    Schwitzen
    keine Verbindung
    Skelettmuskeldurchblutung
    Schlafstörungen
    Der Parasympathikus ist der „Herr der Nacht“
    trockener Mund
    überaktive Blase

    Was wirkt denn?

    Sympathikus stärkend
    = sympathikoton
    oder vagolytisch
    Parasympathikus stärkend
    = vagoton/parasympathikoton
    oder sympathikolytisch
    bewirkt Aggression / Angriff / Kampf oder (aktive) Fluchtbewirkt lähmende Flucht / Erstarrung / Schreck
    Organe über dem Zwerchfell werden aktiviert (Herz, Lunge, Geist – aber auch Orgasmus).Organe unter dem Zwerchfell werden aktiviert (Magen, Darm, Blase, Erektion).
    Sympathikus ist vor allem tagsüber dominant aktiv.Der Parasympathikus ist „der Herr der Nacht“!
      
    YangYin
    >>> Ausgleich durch Yin-Yang-Atmung siehe weiter unten >>>
    Feuer (Holz)…Wasser (Metall) aus chin.Elementenlehre
    Geistesarbeit, kreatives Denken, Logik…Gefühle haben, Gefühle zeigen, Gefühle leben, Bindungen eingehen, sein Herz öffnen, sich freuen, lachen, weinen und lieben steht unter absoluter Dominanz des Yin-Pols.
      
     Ruhe / Erholung / Entspannung / Kontemplation / Meditation
    dynamisches Yoga (Bikram…)ruhiges Yoga (Hata…)
    dynamische Meditation (z.B. Osho/Bhagwan)„ruhige“ Meditation (Vipassana…)
    leistungsbetonter Sport (Cortisolausschüttung) – Wettkampftyp – Kampfsportentspannter Sport / Bewegung – Ausdauersport
    Gesicht und Herzgegend abklopfen >>>
     „Sein statt Tun!“
    Mantra: WAM = wait a moment –
    die Zeit ist gekommen, inne zu halten, zu atmen und mir ein Lächeln zu schenken.
    Genug “erschaffen” , “Einfach Sein”.
    Die Natur und unsere Kinder/Enkel sind unsere Lehrer.
     Anregung des Speichelflusses kann z.B eine Panikattacke beenden. Mit Einsetzen einer vermehrten Salivation (z.B. mit Zitronensaft, sauren Bonbons, Kaugummi,…) wird der X. Hirnnerv, der N. Vagus angeregt. Der Vagus ist der „Herrscher“ des parasympathischen Teils des vegetativen Nervensystems. Dadurch wird der sympathische Teil davon gehemmt und damit die Panikattacke, die diesem Teil zugehörig ist, leichter.
      
    Ernährung
    kaltes Essen, erfrischendwarmes Essen (auch bereits morgens: warmes Wasser + Früchte in Butter erwärmen mit scharfen Gewürzen wie Chili, Curry,…)
    Bitterstoffe und SauresSalziges, Scharfes
    „Sympathikomimetika“ wie Kaffee, Tee 
      
    Pflanzen
    Ephedra (Meerträubel)Crataegus – Weissdorn (Pflanze mit der stärksten Betablockade!)
     Digitalis – Fingerhut
     Ashawangdha – Schlafbeere
      

    Vagus-Meditation

    Um den Vagusnerv zu aktivieren, atmen Sie zunächst sanft ein. Zählen Sie dabei bis vier. Lassen Sie die Atemluft ausströmen — gerne für sechs bis acht Sekunden.
    Wiederholen Sie das achtsame Atmen einige Male. Mit der nächsten verlängerten Ausatmung summen Sie gut hörbar den Buchstaben „M“.
    Achten Sie dabei auf die Empfindungen in der Nase: Der vibrierende Luftstrom aktiviert Vagusbahnen um Kopf und Hals — das kann helfen, verspannte Gesichtsmuskeln zu lockern.
    Wiederholen Sie das summende Ausatmen nun mit dem Laut „A“. Sie können eine Hand aufs Herz legen, um die Vibration wahrzunehmen.
    Vielleicht bemerken Sie bei der nächsten Einatmung, dass sich Ihr Brustraum leichter weiten lässt. Diesmal summen Sie beim Ausatmen ein langes tieftönendes „U“.
    Spüren Sie nach, wie sich mit den Schwingungen Entspannung im Bauchraum ausbreitet.

    Yin-Yang-Atmung (Sonne-Mond-Atmung) zum Energieausgleich

    Mit Nadi (Sanskrit, नाडि, nāḍi = Kanal, Röhre) werden im Yoga und im Tantra feinstoffliche Energieleitbahnen bezeichnet, die den Körper durchziehen und mit Prana (Lebensenergie) versorgen sollen (ähnlich dem Prinzip der Meridiane in der TCM, Traditionellen Chinesischen Medizin).
    Unser Körper besitzt drei Hauptenergiekanäle (Nadis), in denen durch den Atem Prana, also Lebensenergie fliesst, was den Körper gesund erhält und ihn vitalisiert.
    Diese drei Hauptnadis sind Ida, Pingala und Sushumna.

    IDA
    fängt im linken Nasenloch an und verläuft hinunter zum Steissbein. Es hat eine negative Ladung (feminin, „mondig“, passiv, rezeptiv, kühlend). Es stärkt Yin und damit den Parasympathikus.

    PINGALA
    beginnt im rechten Nasenloch und endet auch am Steissbein. Es hat eine positive Ladung (maskulin, „sonnig“, aktiv, wärmend). Es stärkt Yang und damit den Sympathikus.

    SUSHUMNA
    verläuft zwischen Ida und Pingala und entspricht dem Rückenmark. Es beginnt am Steissbein und geht bis zum Dritten Auge. Sushumna wird aktiv, wenn Ida und Pingala offen und in Balance sind.

    Normalerweise atmen wir im Wechsel eine Stunde durch Ida (durch das linke Nasenloch), eine Stunde durch Pingala (durch das rechte Naselnloch). Die gleichzeitige Aktivierung beider Nadis ist estrebenswert, damit auch rechte und linke Hirnhemisphäre ausgeglichen sind und Prana durch Sushumna fliessen kann.

    Technik: Sitze aufrecht, mit dem rechtem Daumen verschliesse das rechte Nasenloch und atme durch das linke Nasenloch ein.
    Verschliesse beide Nasenlöcher mit Daumen und Ringfinger und mache eine Atempause.
    Atme durch das rechte Nasenloch aus und atme wieder durch das rechte Nasenloch ein, Verschliesse beide Nasenlöcher, mache den Atemstopp usw..

    Visualisation: Atme durch das linke Nasenloch ein und folge Ida bis zum Steissbein. Atme durch das rechte Nasenloch ein und folge Pingala bis Steissbein. Bei jedem Atemstopp spann den Beckenboden an und stelle dir vor, wie die Energie durch Sushumna vom Steissbein ins Dritte Auge hinaufgezogen wird…

    Den Parasympathikus für einen guten Schlaf „einschalten“

    Eine schöne Art, den PS vor dem Schlaf in Gang zu setzen, ist es, mit möglichst warmen Füssen (ev. per Fussbad) ins Bett zu kommen. Durch die darauf erfolgende Abkühlung der Füsse (und Hände) kann man den Übergang in die Ruhe des Schlafes (und damit die Dominanz des PS in der Nacht) besser erreichen.

    Weiterlesen >>>

    Abklopfen von Gesicht und Herzgegend – Tapping

    Sich selbst das Gesicht im Bereich Nasenwurzel, Brauen und Stirn abzuklopfen und das Massieren der Herzgegend hat schnelle und enorme Wirkung auf den Vagusnerv und kann damit Folgendes bewirken:

    4 grosse Wirkfelder des Tappings

    Wichtig dabei ist die Verbindung der beiden Hirnnerven Trigeminus (unter der Gesichtshaut) mit dem Vagusnerv des Parasympathikus:

    Selbstberührung kann helfen, negative Glaubenssätze zu verändern. Tragen wir Angst oder Wut in uns, bleibt sie auf einer emotionalen Erinnerungsspur gespeichert. Denken wir an die Situation oder tritt sie real ein, wird die Emotion sofort aktiviert. 

    Mit ungewohnten Signalen wie Klopfen oder liebevollen, kreisenden Bewegungen über der Herzgegend gehe ich gegen dieses Gefühl an. Formuliere ich dazu eine wertschätzende Botschaft, etwa: „Obwohl ich mich hier immer wieder einschüchtern lasse, achte und schätze ich mich so, wie ich bin“, verankere ich zusammen mit der ungewohnten Berührung etwas Neues und Stärkeres im Nervensystem. So lässt sich gewissermassen ein Erinnerungsupdate machen. Durch die direkte Verdrahtung ins limbische System organisiert sich die Emotion neu. 

    Man weiss, dass der Trigeminusnerv sich grossflächig unter der Gesichtshaut verzweigt und sich einen Hirnnervenkern mit dem Vagusnerv teilt. Deshalb spricht vieles dafür, dass wir durch Selbstberührung, besonders im Gesicht, den Parasympathikus stimulieren und so ein hohes Arousal wieder senken können. 

    Das ist eine Art körpereigene Apotheke. Bei dieser Form der Selbstberührung schüttet der Körper nicht nur beruhigende Botenstoffe wie Endorphine und Endocannabinoide aus. Zugleich entsteht ein Gefühl von Selbstwirksamkeit. Man macht die wichtige Erfahrung: „Ich kann wirklich etwas tun, wenn es mir schlechtgeht. “ 

    Auch die Verbindung von Haut und Gehirn spielt eine Rolle. Beide stammen embryogenetisch aus demselben Keimblatt. Deshalb liegt es nahe, dass wir über die Haut Prozesse der Beruhigung und Heilung anstossen. Wenn Menschen in innerer Not klopfen, erleben sie, wie sie sich durch diese Form der Selbstberührung regulieren können. Diese überraschende Erfahrung legt neuronal neue Spuren.

    Die transkutane Vagusnervstimulation zeigt besonders auch bei Depressionen vielversprechende Behandlungserfolge.

    (Nils Kroemer, Professor für Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Bonn. Kroemer hat bereits mehrere Studien zur Stimulation des Vagusnervs durchgeführt.
    & weitere grosse Studie zu Tapping-Methoden)

    Betablockade

    Beim Weissdorn (Crataegus) haben wir oben gesehen, dass der Betateil des Sympathikus gehemmt wird. Hier warne ich eindringlich vor der Medikamentengruppe der Betablocker als „Managerdroge“ (ausser gegen die Hypertonie): Sie bringen unser ganzes vegetatives System völlig aus dem Gleichgewicht, was in Nebenwirkungen wie Erektionsstörungen, Muskelschwäche und Müdigkeit enden!

    Weiterlesen >>> Dauerstress

    Veröffentlicht am 11. Juni 2017 von Dr. med. Thomas Walser
    Letzte Aktualisierung:
    19. Juni 2026