Raumhalten

Raumhalten heisst jemanden seinen Raum „halten“ – jemandem ruhig zuhören, ganz aufmerksam, ganz da sein, aber auch ganz bei sich selbst sein, ganz Ohr für den Anderen, ihn ein Stück weit begleiten, damit er darin wachsen kann…Dies kann im medizinischen Bereich stattfinden, aber zum Beispiel auch im pädagogischen – eigentlich stets zur Begleitung von Menschen.

Als Arzt oder Therapeut, als Lehrerin gebe ich den Menschen einen geschützten Raum, in dem sie sich auf ihre Art entfalten können – wo es auch hingeht (es gibt keine Heilung von aussen – nur Selbstheilung: https://walserblog.ch/2012/05/05/ist-heilung-moglich-nein-nur-selbstheilung/) – Altes kann neu betrachtet werden und neue Möglichkeiten zugelassen. Es entsteht Raum für Visionen und neue Wege…

Als Arzt unterstütze ich auch das ureigene Selbsthilfesystem des „Patienten“, seine Ressourcen, all seine Möglichkeiten – indem ich überzeugend und optimistisch als „guter Heiler“ einen Raum für positive Heilserwartungen schaffe (siehe dazu mein Posting über den Placeboeffekt: https://walserblog.ch/2015/07/19/placebo/

Auch die Lehrerin schafft einen Raum mit der Stimmung und Atmosphäre, mit ihrer Persönlichkeit und einer positiven Beziehung zu den Schülern, damit sich diese darin kreativ entfalten können. Dazu gehört auch ein gewisser Freiraum, welcher unabhängig von Lehrplänen und Zielen ist, damit sich Schüler auch in ureigene, individuelle Richtungen entwickeln können.

Eine weitere sehr wichtige Art, einem kranken und hilfebedürftigen Mitmenschen den Raum zu halten, ihn zu begleiten, dass er darin wachsen kann, finden sie hier:

https://www.sein.de/was-es-bedeutet-fuer-menschen-raum-zu-halten-und-8-tipps-wie-wir-das-tun-koennen/