Naturbelassene, vollwertige Nahrungsmittel vs. Industriefood

„Ich liebe einfaches Essen. Aber es muss gut sein, idealerweise sogar sehr gut. Ein Butterbrot mit Salz und Schnittlauch kann eine Offenbarung sein, wenn  ja, wenn das Brot aus einem gesäuerten Teig gebacken wurde, der ausreichend lange reifen durfte; wenn die Butter nicht industriell, sondern handwerklich hergestellt wurde; wenn das Salz in groben Flocken am Meeresufer geerntet wurde; wenn der Schnittlauch frisch geschnitten ist und frech duftet, weil sich seine ätherischen Öle noch nicht verflüchtigt haben.“ (Christian Seiler im TA-Magazin, 4.5.19)

Hier wird eine einfache Ernährung aus naturbelassenen, vollwertigen Bestandteilen beschrieben, die nachgewiesenermassen auch sehr gesund ist. Es gilt die schöne Metapher von Michael Pollan, Journalist und Autor: „Essen Sie nichts, was nicht auch für Ihre Urgrossmutter als Lebensmittel akzeptabel gewesen wäre, was nicht auch sie in einem heutigen Supermarkt als Essen erkannt hätte!“. Sie hätte sicher aller heutige Industriefood, all die Fertigprodukte, wie die Softdrinks (Cola…), Tiefkühlpizzen, Instantsuppen, Frühstückflocken,… nicht als Lebensmittel erkannt…

In allen diesen Fertigprodukten aus den Labors der Lebensmittelindustrie steckt nun sehr viel Chemie. Man kann sagen: Je stärker verarbeitet, desto riskanter. Dies liegt nicht allein daran, dass Fertigprodukte oft viel Zucker, Fett, Salz und Kalorien enthalten. Eine Rolle spielen vor allem die künstlichen Zusatzstoffe.

Dies zeigen immer mehr Studien. Menschen, die oft Industrieprodukte essen, haben z.B. ein höheres Risiko, frühzeitig zu sterben. Zu diesem Schluss kam kürzlich eine französische Studie der Uni Paris mit fast 45000 Teilnehmern. Zuvor fanden bereits Forscher aus Spanien, Brasilien und Frankreich heraus, dass bei Liebhabern von Fertiggerichten auch das Risiko für Krebs, hohen Blutdruck, Depressionen und Übergewicht steigt. So verglich der brasilianische Ernährungswissenschafter Carlos Monteiro von der Universität Sao Paulo die Essgewohnheiten in neunzehn europäischen Ländern: Vor allem in Grossbritannien, Deutschland und Finnland kommt viel Industrieessen auf den Tisch. In diesen Ländern sind auch besonders viele Menschen fettleibig und haben mehr Krebs.

Beispiel Phosphate: Sie machen Schmelzkäse weich, Cola sauer und Wurstbrät fein. Doch wer viel davon isst, bekommt verkalkte Blutgefässe. Auch künstliche Süssstoffe wie Aspartam schaden, denn sie fördern Diabetes, Übergewicht und hohen Blutdruck. Geschmackverstärker und Aromen täuschen zudem die Sinne und tricksen die Kontrollmechanismen des Körpers aus. Die Folge: Man isst zu viel.

Um problematische Industrie-Lebensmittel von anderen zu unterscheiden, hat der Wissenschafter Carlos Monteiro ein System entwickelt: die Nova-Klassifizierung. Sie unterscheidet vier Gruppen, je nachdem, wie stark die Lebensmittel verarbeitet sind.

Quelle: https://de.openfoodfacts.org/nova

Gruppe 1 ist am besten für die Gesundheit: frisches oder tiefgekühltes Obst und Gemüse, Naturejoghurt, Haferflocken oder Fisch. Die Nova-Gruppe 4 ist am stärksten verarbeitet und enthält industriell hergestellte Zutaten wie E-Nummern, Molkenprotein oder Glukosesirup. Die vier Klassen sind zudem mit den Ampelfarben von Grün bis Rot markiert.

Quintessenz: Industriell stark verarbeitete Lebensmittel sind eine der grössten Gefahren für die Gesundheit. Sie sind so schlimm wie Zigaretten (Carlos Monteiro)!