„Entenflöhe“ sind Würmer, Cercarien – und harmlos für den Menschen…

Frage eines Patienten:

Nach einem Seebad litt ich eine ganze Woche unter roten Flecken am Oberkörper, die stark juckten. Sie verschwanden von selbst wieder. Man sagte mir, es seien Entenflöhe. Sind dies wirklich Flöhe?

Meine Antwort:

Dem Verlauf nach und auch die Erscheinung als mehrere rote Flecken und Knoten, die stark jucken, kann es sich wirklich um „Entenflöhe“ handeln. Die Enten setzen uns aber keine Flöhe, sondern dies sind Würmer, sog. Trematoden. Sie heissen medizinisch Cercarien oder Zerkarien, die im Darm von Wasservögeln lebt. Die Eier des Schmarotzer werden mit dem Kot ins Wasser ausgeschieden. Dort schlüpfen aus den Eiern Larven, die dann in den Süsswasserschnecken weiterleben. Bei warmen Wassertemperaturen um 23 Grad kommen diese Larven wieder aus der Schnecke und bohren sich bei Wasservögeln wieder durch die Haut. verwechseln die Cercarien aber einen badenden Menschen mit einem Vogel und dringen in unsere Haut ein, sterben sie nach kurzer Zeit ab. Darauf reagiert die menschliche Haut mit juckenden roten Flecken. Kommt es zu einer allergischen Reaktion, treten stärkere Symptome auf (Nesselfieber, Unwohlsein…).
Um das Badevergnügen möglichst nicht mit solchen Nebenwirkungen zu trüben, lohnt es sich, in tiefen Stellen zu baden und nicht dort, wo sich Wasservögel aufhalten. Der Erreger der Billharziose ist übrigens ein Verwandter dieses Wurms, der in den tropischen Gewässern vorkommt..
Therapeutisch muss man bei diesen Zerkarien-Stichen nichts tun, da sie von selbst wieder nach ein paar Tagen verschwinden. Gegen den Juckreiz können kalte Umschläge oder eine Mentholcreme helfen.