Schlagwort: Immunsystem

  • Grenzerfahrungen

    Grenzerfahrungen

    In der ersten Hälfte unseres Lebens hat unser Immunsystem sehr viel harte Arbeit (mit all den vielen Stoffen und Eiweisse, die es neu kennenlernen muss – darunter sehr viele sog. Radikale, also Stoffe, die schnell oxidieren und uns belasten.) und gibt häufig auch eine zu grosse Immunantwort darauf (man denke nur an die vielen Hautausschläge des Säuglings, an die kurzen und hohen Fieber der Kleinkinder, etc…).

    In der zweiten Lebenshälfte dann mehren sich Schwäche, ja Versagen des Immunsystems – vielleicht auch als Folge dieser enormen Anstrengung im bisherigen Leben.

    Das Ziel wäre ein etwas balancierteres Immunsystem über das ganze Leben weg. Wie können wir dies erreichen?

    Naheliegend ist eine Reduktion dieser radikalen Stoffen (also körperfremde, „chemische“, wie z.B. Farb- oder Konservierungsstoffe, Aromen, Ozon…). Helfen tun hier viele Radikalfänger im Essen (v.a. Polyphenole, welche sich häufig in den Bitterstoffen finden: im Grüntee, Schwarze Schokolade, Kaffee, bittere Apfelsorten, bitteres Olivenöl,…).

    Spannend in diesem Zusammenhang ist, dass die, als „gesund“ angesehenen Vitamine in uns schnell zu Radikalen verstoffwechselt und dann mühsam abgebaut werden müssen. Zum Abbau benötigen wir dann genau diese sekundären Pflanzenstoffe, die wir glücklicherweise in der vollen Frucht oder im Gemüse immer gleich zusammen mit den Vitaminen essen. Es spricht also alles für naturbelassene, vollwertige Nahrungsmittel – und alles gegen die Aufteilung und Synthetisierung, die nur den Pharmafirmen nützt!

    Nun ist aber ebenso eine immer wieder mal erlebte Grenzerfahrung für unseren Körper wichtig. An der Grenze erst lernen wir Neues und bleiben so lebendig. Gewohnheiten werden dadurch aufgerissen und man steuert damit aus einem durchschnittlichen Lebensmodus raus, der eher einer „Todeserfahrung“ gleicht.

    Dies heisst für die Gesundheit also meist Masshalten ( „nichts im Übermass“ (medèn ágan), – aber nicht immer! Manchmal ist auch Überborden oder über unsere Grenze gehen wichtig!

    Lesen Sie dazu auch meinen Blogbeitrag: walserblog.ch/2017/01/27/lebe-massvoll-lustvoll-natuerlich-und-mit-viel-bewegung/

    Für das „gesunde Mass“ an Bewegung bedeutet dies, dass es grundsätzlich gut förderlich ist, sich regelmässig und mässig zu bewegen – dann aber auch immer wieder mal intensive, kurze Trainingsteile einzubauen: sog. HIIT!

    Grenzerfahrungen – d.h. das Verlassen unserer Komfortzone macht uns auch im psycho-sozialen Bereich reicher und lässt uns wachsen. Auch hier verhindert Abgrenzung den Wachstum! (walserblog.ch/2014/11/29/abgrenzung-verhindert-wachstum/)

    Auch im Geist ist es von enormen Nutzen, unser Denken immer wieder mal zu überprüfen und dort in Frage zu stellen und zu ändern, wo es angebracht ist. Auch dies gelingt nur durch Grenzerfahrung, durch einen Blick über unseren geistigen Gartenzaun hinaus. So können wir unseren häufigsten Denkfehler vermeiden: den Bestätigungs-Denkfehler oder Confirmation Bias. Will heissen, man bewegt sich nur noch unter den Dingen und Menschen, die mich sowieso bestätigen – den Rest sehe ich gar nicht mehr oder grenze sie aus…

    Im sozial-politischen Bereich grenzen (die monotheistischen) Religionen, vor allem wenn sie noch das Gesetz in sog. „geschlossene Gesellschaften“ beherrschen (Beispiel: Iran oder Saudi Arabien), aus und behindern dadurch für die Bürger diesen wichtigen Wachstum an der Grenze. 

    Dem gegenüber sind in humanistischen „offenen Gesellschaften“ die Menschenrechte wichtig, welche uns verbinden und nicht ausgrenzen. 

    Die wichtigen vier Grundpfeiler der offenen Gesellschaft (schön ausgearbeitet von Michael Schmidt-Salomon!) sind:

    • Freiheit (und nur jene Freiheit, die den anderen Bürgern keinen Schaden zufügt!)
    • Gleichheit (die Interessen der Bürgerinnen und Bürger sollten in gleichem Masse berücksichtigt werden: z.B. die Gleichheit der Menschen vor dem Gesetz)
    • Individualität (Die Menschen sollten gleichberechtigt und unterschiedlich sein dürfen. Diese Unterschiedlichkeit ausleben zu dürfen ist ein wesentlicher Bestandteil der Freiheit: zum Beispiel Homosexualität!)
    • Säkularität (Religionen dürfen nicht über dem Gesetz stehen! Trennung Staat und Kirche)

    Abschliessend kann man sagen, dass eine immer wieder mal erlebte Grenzerfahrung für unsere Gesundheit, Körper, Geist und auch für unsere Gesellschaft wichtig ist. An der Grenze erst oder sogar darüber hinaus lernen wir Neues, wachsen dadurch und bleiben so lebendig. Wir brauchen keine Mauern gegen das Fremde! Abgrenzung verhindert Wachstum. „Nächstenliebe“ sollte also nicht mit „Fremden- oder Fernsten-Hass“ verbunden sein, wie auf der Welt häufig gesehen. Die Empathie, das Mitgefühl und das eigene Gesunden stoppt nicht bei der eigenen Familie, dem Clan, der Nation. Gesund ist, wenn es sich ausdehnt auf alle Menschen, ja alle Tiere und die Erde an sich!

    Copyright DAS MAGAZIN


    Letzte Aktualisierung:
    20. Oktober 2024

  • Regelmässiges Kurzfasten stärkt unsere Abwehr, führt zum garantierten Abnehmen und stellt den Stoffwechsel und unsere „Energiezentrale“ um

    Regelmässiges Kurzfasten stärkt unsere Abwehr, führt zum garantierten Abnehmen und stellt den Stoffwechsel und unsere „Energiezentrale“ um

    In letzter Zeit erlebt das Fasten, insbesondere das Kurzfasten – d.h. nur 16 bis maximal 72 Stunden lang nichts Festes essen und nur kalorienfreie Getränke trinken – selbst in der eher konservativen „Schulmedizin“ ein sehr positives Revival.

    Dazu gehört auch das tägliche Verlängern der nächtlichen Fastenzeit auf optimal 16 Stunden indem man entweder nach 16 Uhr nichts mehr isst (sog. Dinner Cancelling) oder das Frühstück weglässt und erst um 12 Uhr mit dem Essen beginnt und dies dann nur in 2 oder maximal 3mal (nicht nur einmal!) während 8 Stunden (sog. 16:8-Ernährung).
    Beides läuft auch unter „Intermittierendes oder Intervall-Fasten“.
    Weiterlesen: www.dr-walser.ch/dinner_cancelling/

    Mit dieser Kürze der Fastenzeit vermeidet man viele starke Nebenwirkungen des längeren Nichts-Essens, wie die Übersäuerung der Gelenke (mit Gichtanfällen als Extrem) oder die Verstopfung und auch den nachträglichen Jo-Jo-Effekt, der bei regelmässigem Kurzfasten kaum auftritt.

    Ganz neu ist die Erkenntnis nicht. Schon Paracelsus, einer der Väter der westlichen Medizin, soll gesagt haben: «Fasten ist das beste Heilmittel.» Und 4000 Jahre zuvor zierten die alten Ägypter eine Pyramide mit einer ­Inschrift, die sinngemäss lautet:
    „Der Mensch lebt von einem Drittel von ­allem, was er isst. Von den übrigen zwei Dritteln leben die Ärzte!“

    Das Kurzfasten ist – wie in meiner Hausarztpraxis x-fach erprobt – recht einfach realisierbar und auch sozial verträglich. Nehmen Sie dazu immer den Tag der Woche, an dem Sie meist am wenigsten Einladungen haben: zum Beispiel jeden Dienstag.

    Man kann natürlich immer auch eine gemilderte Form einflechten: als Früchtetag (einen ganzen Tag nur Früchte essen), als Spinattag,…: Nehmen Sie es locker und spielerisch.

    Wieder entdeckt wurden die heilenden Seiten des Kurzfastens in der Onkologie (Tumortherapie) zur Verbesserung und Modulierung des Immunsystems vor Chemotherapien. Das positive Resultat, kurz skizziert, besteht aus: mehr Wirkung der Medikamente gegen den Krebs mit weniger Nebenwirkungen auf andere Körperzellen!

    Wiederholtes kurzfristiges Fasten führt zu „zellulärem Selbstmord“ von Krebszellen! In neueren Studien findet man dabei, dass wiederholtes kürzeres Fasten effektiver und praktikabler ist als langfristiges. Das Fasten löst eine Art zellulären Stress aus. Bei gesunden Zellen führt dies zu Reaktionen, die gegen Schäden durch Sauerstoffradikale schützen. Solche Moleküle entstehen bei Hunger vermehrt. Ihre Produktion wird aber auch durch viele Chemotherapeutika (Medikamente gegen Krebs) angeregt und gilt als Hauptursache von deren starken Nebenwirkungen. 24 bis 72 Stunden Fasten vor der Chemotherapie bereitet normale Körperzellen offenbar gut auf hohe Konzentrationen von Sauerstoffradikale vor. Sie sind deshalb eher in der Lage, sich gegen die aggressiven Moleküle zu wehren. Krebszellen hingegen sind kaum fähig, diese Schutzmechanismen anzuschieben. Sie stellen sogar selber zusätzlich noch reichlich aggressive Moleküle her. Das führt dann dazu, dass sie letztlich „zellulären Selbstmord“ begehen!

    Diesen Effekt kann nun auch für Jedermann/-frau als einfache Verbesserung der Abwehr bei wiederkehrenden Infektionen diverser Ursachen benützt werden.

    Dann auch zur „Stoffwechsel-Erschütterung“ und als Wende bei schweren Krankheiten, wie Diabetes (hier hilft auch der gleichzeitige Gewichtsverlust), bei chronischen Schmerzzuständen (v.a. auch durch Entzündungen (Rheumatische Leiden), aber auch zum einfachen und sehr effektiven Abnehmen!


    Grafik mit Copyright aus Schweiz.Beobachter

    Lesen Sie dazu mehr auf meiner Website über:

    Letzte Aktualisierung durch Dr.med. Thomas Walser:
    27. Januar 2025

  • Was ein reiche Darmflora alles Gutes bewirkt – und wie wir sie besser aufbauen können

    Was ein reiche Darmflora alles Gutes bewirkt – und wie wir sie besser aufbauen können

    eine gute Darmflora ergibt ein…

    besseres Immunsystem (wirkt antientzündlich)
    senkt die Blutfette
    verhindert Arterienverkalkung
    verhindert Diabetes
    bessert den Reizdarm (und auch chronische Darmentzündungen)
    • Versorgung mit Vitaminen (Thiamin, Riboflavin, Pyridoxin, B12, K)
    • Die Darmflora beeinflusst auch das Körpergewicht und spielt eine Rolle bei der Fettsucht (Adipositas).

    Eine gute Darmflora aufbauen…

    WENIG ROTES FLEISCH!
    Normalerweise leben die Vertreter der Darmflora (Mikrobiom = rund 100 Billionen Bakterien) einträchtig mit ihrem Wirt. Sie verdauen für uns komplexe Kohlenhydrate, mit denen menschliche Enzyme nicht umgehen können. Und sie wehren auch Infektionen krank machender Bakterien ab. Nun wird zum Beispiel das Carnitin im roten Fleisch (Rind, Schwein oder Lamm) von den Darmbakterien zu Trimethylamin verdaut, das dann in der Leber zu Trimethylamin-N-Oxid (TMAO) umgewandelt wird. Carnitin verstärkt u.a. auch die schädliche Wirkung vom Cholesterin. Dies löst eine Kette von Ereignissen aus, die letztlich zu einer Arteriosklerose (Versteifung der Arterien) führt und damit auch zum Herzinfarkt, Hirnschlag,…! Es hat sich nun gezeigt, dass ein Vegetarier ein Steak essen kann und dass sich dann die (ideale) Zusammensetzung seiner Darmbakterien diesen TMAO-Spiegel nicht erhöhen lassen! Vegetarische Ernährung ergibt also eine fürs Immunsystem und für unsere Blutgefässe optimale Darmflora!

    Viel Fett im Essen lässt die Darmflora verarmen: Menschen, die wenig Fett und mehr Früchte und Gemüse – und auch Vollkornprodukte essen, haben eine reichere Darmbesiedlung.

    • Mediterrane Ernährung: Die sogenannte „mediterrane“ Ernährung könnte man auch „Jäger und Sammler-Ernährung“ nennen. Sie kann als Muster einer gesunden Ernährung angesehen werden. Sie besteht aus mässigem Alkoholkonsum, geringem Verzehr von Fleisch und Fleischprodukten – aber aus viel Fisch, viel Gemüse und Hülsenfrüchte, vielen Früchten und Nüssen. Auch optimal     ist ein Verhältnis von viel ungesättigten zu weniger gesättigten Fetten  und Öle: d.h. mehr Lein-, Oliven- oder Rapsöl – und weniger Sonnenblumen-, Maiskeim-, Distelöl und… Fleisch.

    Indischer Flohsamen (Plantago ovata – auch Plantago psyllium: Sie quellen mit Wasser zu einem Schleim und erhöhen das Stuhlvolumen. Sie sollen deshalb immer mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden und werden meist gegen Verstopfung gebraucht. Man kann damit aber auch das Klima im Dickdarm für die Darmflora sehr günstig beeinflussen. Der Flohsamen enthält sog. Präbiotika (komplexe Kohlenhydrate), die im Dünndarm nicht verdaut werden und unverändert in den Dickdarm gelangen und dort fermentiert werden.  Kurzkettige Fettsäuren, vornehmlich Acetat, Propionat und Butyrat, die von anaeroben Kolonbakterien produziert werden, stellen eine hauptsächliche Ernährungsquelle für das Kolonepithel dar. Butyrateinläufe zeigen z.B. positive Effekte bei Patienten mit aktiver distaler Colitis ulcerosa (chronische Darmentzündung). Da durch die Fermentation von indischem Flohsamen im Colon Butyrat entsteht, stellt man sich die Wirksamkeit unter diesem Mechanismus vor. Dies führt dann zu einer Bereicherung der Darmflora.

    • Inwieweit die Darmflora durch die direkte Zuführung von Mikroorganismen, beispielsweise durch Probiotika, beeinflusst werden kann („Symbioselenkung“), ist wissenschaftlich umstritten.

    mehr Dreck!
    Ein Hund im Haushalt verbessert die Darmflora des Säuglings. Kinder, die auf dem Bauernhof aufwachsen ebenso. Kaiserschnittkinder und solche, die Flaschennahrung (anstatt Muttermilch) erhielten, haben hingegen weniger Bakterienvielfalt im Darm. Dies ist auch ein weiterer Grund gegen zu viel Antibiotikatherapie, vor allem im Kleinkindesalter.

    Weiterlesen >>> www.dr-walser.ch/darmflora/

  • Unser Immunsystem mit Essen stärken!

    Unser Immunsystem mit Essen stärken!

    Die Polyphenole (unter ihnen auch die Flavonoide, OPC (Oligomere Proanthocyanidine) wie Resveratrol, …) aus unserer Nahrung sind hochwirksame Antioxydantien, also Stoffe, die die schnelle Oxydation von sog. Radikalen, die wir (auch über die Ernährung oder durch die Luft) aufnehmen, verhindern. So wird unser Immunsystem von der Verarbeitung oder Bekämpfung dieser Radikale entlastet. Polyphenole sind also eigentliche Radikalfänger.
    Sie sind vor allem in Bitterstoffen enthalten:

    • bittere Olivenöle (enthalten mehr davon als die eleganten, feinen Extra-Vergine Olivenöle!)
    • Rapsöl oder Leinöl
    • Kakao (bittere schwarze Schokolade!)
    • Kaffee
    • Äpfel (bittere Sorten enthalten mehr als die süsslichen: z.B. Boscoop – und dabei sehr viel in der Apfelhaut!)
    • Grüntee

    Allgemein kommen diese Stoffe auch viel in allem Obst und Gemüse vor – und dabei ist es von Vorteil auf Mehrfarbigkeit zu achten!

    Lesen Sie mehr über die Stärkung unseres Abwehrsystems auf meiner Website:
    www.dr-walser.ch/immunsystem/

    Letzte Aktualisierung:
    20. Januar 2025