Es ist mir ein Anliegen, etwas zur Gefahr der „Guru-Mentalität“ (Hybris) gewisser Komplementärtherapeuten oder Ärzte zu schreiben – und auch zum „Guru-Charakter“ gewisser Therapieformen.
Was sich salutogenetisch ausgibt, ist absolutistisch pathogenetisch
Ich spreche hier von Methoden, die ein „Guru“ anwendet, das heisst ein Mensch, der etwas absolutistisch behauptet, das niemand sonst nachweisen oder nachempfinden kann oder mittels Studien reproduzierbar und zu verifizieren wäre. Man muss es also schlicht und einfach „glauben“.
Damit ist jede Mitarbeit und Mitverantwortung des Klienten ausgeschlossen. Der „Patient“ wird zum passiven Gläubigen, der hinnimmt.
Guru-Therapeuten glauben im Grunde, dass der Mensch zu schwach zur Selbsthilfe ist. Sie misstrauen den Selbstheilungskräften des Klienten.
Machtansprüche und Unfehlbarkeit können Triebfedern auf Therapeutenseite sein – Narzistische Störungen sind unter ihnen weitverbreitet.
Es ist ein geschlossenes System ohne Ausweg zur wirklichen Heilung.
