Schlagwort: Intervallfasten

  • Entgiftung? Detox? Entschlackung? Autophagie anregen mit Intervallfasten!

    Entgiftung? Detox? Entschlackung? Autophagie anregen mit Intervallfasten!

    Übersäuerung? Schlacken? „Basenfasten“ „Orthomolekuläre Medizin“?

    Die Theorie der basischen Ernährung, die die Anhänger des Basenfastens usw. daraus gezimmert haben, scheitert an den Fakten der Wissenschaft. Schlacken gibt es nur im Bergbau – im menschlichen Körper hat sie noch niemand gefunden.

    Ernährungsexperten warnen sogar: Beim Basenfasten kann die verstärkte Bildung von Ketonkörpern die Harnsäureausscheidung über die Nieren hemmen. Das treibt die Harnsäure im Blut in die Höhe und erhöht das Risiko eines Gichtanfalls.

    Nur in seltenen, schweren Krankheitsfällen – etwa bei einer diabetischen Stoffwechselentgleisung oder einer Nierenfunktionsstörung – kann das Blut tatsächlich übersäuern. Diese sogenannte Azidose bleibt bei einem gesunden Körper jedoch aus, sagen Ernährungsmediziner. Hier muss nichts abgepuffert werden.

    Studien ziehen ein klares Fazit: Eine „Säure-Basen-Analyse“ im Rahmen der orthomolekularen Medizin ist unsinnig. Weder das Krankheitskonzept noch die präventive oder therapeutische Wirkung dieser Ernährungsform sind wissenschaftlich belegt.

    Auch bei einem übersäuerten Magen oder Reflux von Magensäure in die Speiseröhre hilft die basische Ernährung nicht. Sie hat damit schlicht nichts zu tun. Basische Lebensmittel ändern daran nichts – ausser, dass sie den Patienten teuer zu stehen kommen. Die Geldmacherei hinter solchen Versprechen kann einem selbst sauer aufstossen.

    Warum glauben Menschen dennoch an eine Theorie, die weder schlüssig ist noch seriöse Beweise liefert, während die Geschäftsinteressen dahinter offensichtlich sind?

    „Die anhaltende Popularität der basischen Ernährung trotz fehlender wissenschaftlicher Evidenz lässt sich wissenssoziologisch erklären“, sagt die Ernährungssoziologie. Ernährungswissen sei historisch oft nicht nur durch empirische Beweise, sondern auch durch kulturelle Normen, gesellschaftliche Machtverhältnisse und wirtschaftliche Interessen geprägt.

    Säuren sind schlecht, Basen gut?

    Die basische Ernährung folgt einem simplen dualistischen Modell: Säuren sind schlecht, Basen gut. Sie verspricht, durch die Kontrolle des pH-Werts die Gesundheit zu optimieren. Damit reiht sie sich in alternative Ernährungslehren ein. Die Verbindung von praktischen, moralischen und naturwissenschaftlichen Elementen mache sie anschlussfähig und identitätsstiftend.

    Ernährung dient zunehmend der Selbstverwirklichung und sozialen Abgrenzung. Anhänger der basischen Ernährung können sich so gegenüber Verfechtern konventioneller Ernährungsweisen, die oft auf industriell verarbeitete Lebensmittel setzen, überlegen fühlen.

    Recht häufige Anfrage eines Patienten:

    „Mir steht leider eine zahnärztliche Kieferoperation bevor. Zum Glück habe ich eine tolle Zahnärztin. Sie empfiehlt mir zur Vorbereitung eine Ausleitung von Alu/Schwermetallen und eine „Kur“ fürs Immunsystem.
    Darf ich Sie um eine Beurteilung bitten?
    Der Vorschlag für die „Ausleitung“ von Aluminium/Schwermetallen lautet:
    organische Kieselsäure/Silicium & Detox Pulver & Chlorella Vulgaris Presslinge
    Und zur „Immun-Kur“:
    Vitamin D3 & Omega 3 & Multi-Vitamin-Kapseln mit u.a.: verschiedenen B-Vitaminen, K2, Mk-7, Folsäure, Zink, Magnesium, Selen u.v.m.
    Ich bin grundsätzlich für so was zu haben. Ernährung ist mir sehr, sehr wichtig und ich mache dabei kaum Kompromisse. Aber unnötiges Zeugs schlucken möchte ich natürlich nicht…“

    „Lieber Herr XY
    meine Meinung aus 40 Jahre Erfahrung mit Leuten, die sich „entgiftet“ haben, wurde immer schlichter:

    Zum Entgiften kann man zuerst mal seiner Leber und den Nieren vertrauen. Die Kapazität dieser zwei Organe übersteigt die täglichen Anforderungen um ein Vielfaches.
    Förderlich ist dabei auch viel Wasser trinken und eine Zeitspanne lang kein Fleisch zu essen.
    Der Darm ist neben Leber und Niere ein weiteres wichtiges Entgiftungsorgan. Sehr fraglich ist auch hier, ob dieses Organ dazu Hilfe von aussen benötigt. Wer beispielsweise orale Abführmittel einsetzt, um den Darm zu „reinigen“, verändert nicht nur die Anzahl der Darmkeime, sondern auch die Zusammensetzung der Darmflora, des Mikrobioms. Das fand ein europäisches Forscherteam heraus. Bei gesunden Testpersonen bewirkte ein orales Abführmittel, dass die Anzahl der Darmmikroben um das 30-Fache abnahm, und bei jedem Fünften verschwand das spezifische Keimmuster der Darmflora. Es dauerte zwei Wochen, bis das Mikrobiom wieder aufgebaut war. Eine Darmreinigung, wie sie vor einer Darmspiegelung durchgeführt wird, bringt das Mikrobiom sogar für einen Monat durcheinander. Nach vier Wochen war beispielsweise noch immer die Anzahl der Lactobazillen reduziert, die einen sehr günstigen Effekt auf die Gesundheit haben.

    Wir sind daneben gut beraten, vor allem unsere eigene Autophagie, die in jeder unserer Körperzelle steckt, anzuregen. Dies können wir sehr elegant und als recht einfache Lebensstilveränderung mit Kurz- oder Intervallfasten tun: dr-walser.ch/dinner_cancelling/.
    Nachdem man etwa 12 Stunden gefastet hat, findet der Vorgang der sogenannten Autophagie statt, die Selbstverdauung und Wiederverwertung von alten Stoffen in jeder unserer Körperzelle. Sie werden also nicht nur wunderbar entfernt, sondern auch noch recycelt.
    Alles andere (auch alles, was sie hier oben aufzählen) ist „tüür brünzlet“ (teuer urinieren), wie wir sehr prägnant  in der Schweiz sagen!

    Alles Gute, Thomas Walser“

    Was schädigt uns wirklich & Womit behandle ich dies?

    Bevor man einen Stoff aus dem Körper „ausleitet“, muss man sicher sein, dass er überhaupt im Körper ist und dass er dort Schaden anrichtet. Das heisst, es braucht wie bei jeder Therapie eine sogenannte Indikation, also eine medizinische Notwendigkeit. Wenn diese vorhanden ist, braucht es anschliessend die richtigen Medikamente, um diese Ausleitung zu bewerkstelligen.

    Diese Reihenfolge wird in der Komplementärmedizin meist sträflich vernachlässigt.

    Zum Beispiel Schwermetalle, wie Quecksilber und Blei benötigen eine Behandlung mit sogenannten Chelaten oder Chelatkomplexen, wie es die „Schulmedizin“ seit langem handhabt. Dies ist aufwendig und hat auch viele Nebenwirkungen. „Alternative“ Kliniken sind dazu meist nicht genügend eingerichtet. 

    In der Alternativmedizin geht es beim „Ausleiten“ oft nicht nur um Schwermetalle, sondern auch um Schimmelgifte, Mikroplastik, Weichmacher und vieles mehr. Diese Stoffe werden normalerweise vom Körper selbst wieder eliminiert. Das passiert übrigens auch bei Schwermetallen, die mit Urin und Stuhl wieder ausgeschieden werden. Wenn ein Stoff nur einmalig und nicht über längere Zeit aufgenommen wird, nimmt die Konzentration im Blut wieder ab. Gewisse Substanzen werden auch im Körper eingelagert. Zum Beispiel Blei wird in die Knochen eingebaut. Dort lässt es sich auch mit einer Ausleitung nicht mehr entfernen, es richtet aber auch keinen direkten Schaden an. Ähnlich ist es mit vielen Stoffen, die ins Fettgewebe eingelagert werden. 

    Person mit unklaren Beschwerden wie Schmerzen, Kopfweh oder Müdigkeit rate ich auf jeden Fall vor einer „Entgiftungskur“ ab. Unspezifische Beschwerden können tausend verschiedene Ursachen haben. Vergiftungen sind dabei sehr weit unten auf der Liste von möglichen Auslösern. Betroffene sollten sich deshalb unbedingt seriös abklären lassen.

    Segnungen des intermittierenden Fastens

    Falls man zuerst etwas sehr Sinnvolles selbst machen will, dann ist dies in erster Linie das Kurzfasten. Kalorienrestriktion aktiviert die Autophagieaktivität und verlängert gemäss den meisten Studien die Lebenserwartung. Allerdings führt eine generelle Kalorienres­triktion wie beim Fasten zu einem Abbau der Muskelmasse und ist bekanntermassen schwierig, auch anhaltend einzuhalten.

    Als alternative Strategie bietet sich gemäss dieser Studie das intermittierende Fasten (Reduktion der Anzahl Mahlzeiten oder «meal skipping» und Fastenperioden zwischen den Mahlzeiten) an.
    Zwei Gruppen von Mäusen wurden untersucht: a) normaler ad libitum Zugang zu Nahrung und b) Limitierung der Nahrungsaufnahme auf zwei Mahlzeiten ohne Kalorienrestriktion. Resultate: Akti­vierung der Autophagieaktivität und damit zusammenhängend systemische Effekte wie Abnahme der Fettmasse und Zunahme der Muskelmasse, Hemmung der Glukoneogenese, Abnahme der Blutfette [1], wobei ein Teil der Effekte insulinabhängig (in den Fastenperioden supprimiert) sein dürfte.
    Hinweise, dass das auch beim Menschen wirken könnte: zwei Mahlzeiten (isokalorisch) im Vergleich zu sechs Mahlzeiten bei Patienten mit Typ-2-Diabetes verbesserten die Blutzuckerkontrolle und die Gewichtsabnahme si­gnifiikant [2].
    Quellen: 1) Cell Metab. 2017;26(6):856–71.e5. doi.org/10.1016/j.cmet.2017.09.020.
    2) Diabetologia. 2014;57(8):1552–60. doi.org/10.1007/s00125-014-3253-5.

    Autophagie

    Unter Autophagie versteht man den geordneten Prozess, wie Zellen eigene Zellbestandteile abbauen und dann im Sinne des internen Recycling wiederverwenden. Man unterscheidet vier Formen der Autophagie:
    Markoautophagie (Abb. 1): Abbau von Zellorganellen oder hochmolekularen Proteinen, auch zum Beispiel fehlgefaltete Proteine;
    Mikroautophagie: direkte Aufnahme von zytoplasmatischem Material in die Lysosomen;
    Chaperone-induzierte Autophagie: Abbau in den Lysomen nach Bildung ­eines Komplexes des Zielmoleküls mit einem sogenannten «heat-shock-pro­tein» (hs70);
    Mitophagie: Abbau von Mitochon­drien durch Autophagie nach zellulärem Schaden oder Stressoren verschiedener Art.

    Man geht davon aus, dass die Autophagie ein essentieller Vorgang zur Erhaltung der Integrität eines Zellverbandes ist, dass ihre Effizienz aber altersabhängig abnimmt, was (Mit-) Ursache chronischer Krankheiten wird. Kalorienrestriktion und physische Aktivitäten gehören zu den praktisch wichtigen Faktoren, welche die Autophagieaktivität steigern.

    Weiterlesen über „Entgiften“:

    Veröffentlicht am 12. Januar 2019 von Dr. med. Thomas Walser
    Letzte Aktualisierung:
    23. März 2025

  • Regelmässiges Kurzfasten stärkt unsere Abwehr, führt zum garantierten Abnehmen und stellt den Stoffwechsel und unsere „Energiezentrale“ um

    Regelmässiges Kurzfasten stärkt unsere Abwehr, führt zum garantierten Abnehmen und stellt den Stoffwechsel und unsere „Energiezentrale“ um

    In letzter Zeit erlebt das Fasten, insbesondere das Kurzfasten – d.h. nur 16 bis maximal 72 Stunden lang nichts Festes essen und nur kalorienfreie Getränke trinken – selbst in der eher konservativen „Schulmedizin“ ein sehr positives Revival.

    Dazu gehört auch das tägliche Verlängern der nächtlichen Fastenzeit auf optimal 16 Stunden indem man entweder nach 16 Uhr nichts mehr isst (sog. Dinner Cancelling) oder das Frühstück weglässt und erst um 12 Uhr mit dem Essen beginnt und dies dann nur in 2 oder maximal 3mal (nicht nur einmal!) während 8 Stunden (sog. 16:8-Ernährung).
    Beides läuft auch unter „Intermittierendes oder Intervall-Fasten“.
    Weiterlesen: www.dr-walser.ch/dinner_cancelling/

    Mit dieser Kürze der Fastenzeit vermeidet man viele starke Nebenwirkungen des längeren Nichts-Essens, wie die Übersäuerung der Gelenke (mit Gichtanfällen als Extrem) oder die Verstopfung und auch den nachträglichen Jo-Jo-Effekt, der bei regelmässigem Kurzfasten kaum auftritt.

    Ganz neu ist die Erkenntnis nicht. Schon Paracelsus, einer der Väter der westlichen Medizin, soll gesagt haben: «Fasten ist das beste Heilmittel.» Und 4000 Jahre zuvor zierten die alten Ägypter eine Pyramide mit einer ­Inschrift, die sinngemäss lautet:
    „Der Mensch lebt von einem Drittel von ­allem, was er isst. Von den übrigen zwei Dritteln leben die Ärzte!“

    Das Kurzfasten ist – wie in meiner Hausarztpraxis x-fach erprobt – recht einfach realisierbar und auch sozial verträglich. Nehmen Sie dazu immer den Tag der Woche, an dem Sie meist am wenigsten Einladungen haben: zum Beispiel jeden Dienstag.

    Man kann natürlich immer auch eine gemilderte Form einflechten: als Früchtetag (einen ganzen Tag nur Früchte essen), als Spinattag,…: Nehmen Sie es locker und spielerisch.

    Wieder entdeckt wurden die heilenden Seiten des Kurzfastens in der Onkologie (Tumortherapie) zur Verbesserung und Modulierung des Immunsystems vor Chemotherapien. Das positive Resultat, kurz skizziert, besteht aus: mehr Wirkung der Medikamente gegen den Krebs mit weniger Nebenwirkungen auf andere Körperzellen!

    Wiederholtes kurzfristiges Fasten führt zu „zellulärem Selbstmord“ von Krebszellen! In neueren Studien findet man dabei, dass wiederholtes kürzeres Fasten effektiver und praktikabler ist als langfristiges. Das Fasten löst eine Art zellulären Stress aus. Bei gesunden Zellen führt dies zu Reaktionen, die gegen Schäden durch Sauerstoffradikale schützen. Solche Moleküle entstehen bei Hunger vermehrt. Ihre Produktion wird aber auch durch viele Chemotherapeutika (Medikamente gegen Krebs) angeregt und gilt als Hauptursache von deren starken Nebenwirkungen. 24 bis 72 Stunden Fasten vor der Chemotherapie bereitet normale Körperzellen offenbar gut auf hohe Konzentrationen von Sauerstoffradikale vor. Sie sind deshalb eher in der Lage, sich gegen die aggressiven Moleküle zu wehren. Krebszellen hingegen sind kaum fähig, diese Schutzmechanismen anzuschieben. Sie stellen sogar selber zusätzlich noch reichlich aggressive Moleküle her. Das führt dann dazu, dass sie letztlich „zellulären Selbstmord“ begehen!

    Diesen Effekt kann nun auch für Jedermann/-frau als einfache Verbesserung der Abwehr bei wiederkehrenden Infektionen diverser Ursachen benützt werden.

    Dann auch zur „Stoffwechsel-Erschütterung“ und als Wende bei schweren Krankheiten, wie Diabetes (hier hilft auch der gleichzeitige Gewichtsverlust), bei chronischen Schmerzzuständen (v.a. auch durch Entzündungen (Rheumatische Leiden), aber auch zum einfachen und sehr effektiven Abnehmen!


    Grafik mit Copyright aus Schweiz.Beobachter

    Lesen Sie dazu mehr auf meiner Website über:

    Letzte Aktualisierung durch Dr.med. Thomas Walser:
    27. Januar 2025

  • Soll man Frühstücken?

    Soll man Frühstücken?

    Bedürfnisse bestimmen unser Leben. Was bestimmt nun, welchem Bedürfnis ich nachgebe oder widerstehe? Eine grosse Studie der University of Chicago ergab, dass verschiedene Bedürfnisse zu bestimmten Zeiten stärker oder schwächer ausgeprägt waren. Beispielsweise sehnten sich die Teilnehmer vor allem montagmorgens nach einem Kaffee und samstagabends nach Alkohol (und der Wunsch, Geld auszugeben, war samstags am grössten). Ausserdem stellte sich heraus, dass Menschen, die vormittags einige Bedürfnisse unterdrückt hatten, infolge davon nicht mehr genug Energie aufbrachten, um im Verlauf des restlichen Tages weiteren Bedürfnissen zu widerstehen. Wer also am Nachmittag oder Abend standhaft belieben will, sollte vormittags weniger streng mit sich sein: Also ein klares Argument für ein reichhaltiges Morgenessen! (Wilhelm Hofmann et al.: What people desire, feel conflicted about, and try to resist in everyday life. Psychological Science, 23, 6/2012, 582-588)

    >>> Weiteres über „Wann-Wieviel-Essen?“ auf meiner Website:
    www.dr-walser.ch/dinner_cancelling/

    Letzte Aktualisierung:
    30. Januar 2025