Diese nächtlichen Stunden erscheinen zuerst als unentrinnbare Falle und nur lästig. Sie sind aber auch ein „Geschenk“ um zu mehr Ruhe nachts und auch tagsüber zu kommen.
Eine wunderbare Methode um aus diesem Teufelskreislauf zu entkommen und den Inneren Frieden zu erlangen, ist der 6-Schritte-Prozess, von Diederik Wolsak („Choose Again. Six Steps to Freedom“):
Schlagwort: Schlafstoerung
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Schlafstörungen – wenn es nachts dreht und dreht…
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Stress, Spannung, nervös: den Parasympathikus stärken
Abgesehen vom Gehirn prägt kein Teil des Körpers unsere mentale und emotionale Landschaft mehr als der zehnte Hirnnerv – der längste Nerv des autonomen Nervensystems, der unbewusst die inneren Abläufe des Körpers steuert. Der Nervus Vagus – vom lateinischen Wort für „wandernd“ abgeleitet, vagabundierend und vage – schlängelt sich vom Gehirn bis zum Darm und berührt mit seinen Ranken jedes Organ auf dem Weg und steuert alles, von der Herzfrequenz und der Verdauung bis zu unseren Reflexen und Stimmungen. Der Vagus ist der Parasympathikus-Anteil unseres Autonomen oder Vegetativen Nervensystems.
Für uns Westler – im Dauerstress und ohne Ruhe lebend – ist die Stärkung dieser parasympathischen Seite meist der viel wichtigere Teil, da durch unser spannungsvolles Leben der Sympathikus viel zu stark aktiviert ist. Wir sind also meist „Sympathikotoniker“.
Natürlich existieren aber auch Menschen, deren Sympathikus zu schwach aktiviert ist (sog. Vagotoniker, da der Vagus der wichtigste Nerv des Parasympathikus ist).
Hier unterscheide ich gewisse Krankheiten und Zustände nach Übergewicht oder Schwäche einer dieser zwei Seiten des Vegetativums – und bespreche auch Lösungsansätze, die sich daraus ergeben.
Was bessert
oder verschlechtert
?Krankheit oder Zustandsbild mehr Sympathikus mehr Parasympathikus Aggressives Verhalten 

Angst mit Durchfall und Lähmung 

Angst mit Herzrasen und Hyperventilation 

Asthma (Bronchokonstriktion) / erhöhte Schleimbildung 

Diabetes (Insulinsekretion aus dem Pankreas) 

Entzündungsneigung
Der Sympathikus gibt den Abwehrzellen in der Milz das Signal, Botenstoffe auszuschütten, sogenannte Zytokine, die Entzündungsreaktionen steuern und verstärken.
Die Vagusnerv-Stimulation kann Entzündungen entgegenwirken – und so zum Beispiel auch bei Autoimmunerkrankungen, Fatigue oder Long Covid helfen, wo unser Immunsystem überreagiert. Der Vagus produziert in der Milz den Botenstoff Acetylcholin, der die Entzündungsprozesse beeinflusst.
Erektionsstörung 

Erröten schnelles 

Herzinfarkt 

Hypertonie – hoher Blutdruck 

Immunsystem komplex > siehe z.B. Entzündungsneigung (zu) schneller Ruhepuls 
niedriger Blutdruck, Hypotonie 

Hyperventilation (überaktive Atmung) 

Kollapsneigung, vasovagale Synkopen 

Magengeschwüre 

Mattigkeit, schwunglos 

Nervosität, Unruhe, zuviel Stress, Muskelspannung, kalte Füsse und Hände 

Schilddrüse (Hormonsekretion) 

Schwitzen 
keine Verbindung Skelettmuskeldurchblutung 

Schlafstörung 
Der Parasympathikus ist der „Herr der Nacht“!
trockener Mund 

überaktive Blase 

Was wirkt denn?!
Sympathikus stärkend
= sympathikoton
oder vagolytischParasympathikus stärkend
= vagoton/parasympathikoton
oder sympathikolytischbewirkt Aggression / Angriff / Kampf oder (aktive) Flucht bewirkt lähmende Flucht / Erstarrung / Schreck Organe über dem Zwerchfell werden aktiviert (Herz, Lunge, Geist – aber auch Orgasmus). Organe unter dem Zwerchfell werden aktiviert (Magen, Darm, Blase, Erektion). Sympathikus ist vor allem tagsüber dominant aktiv. Der Parasympathikus ist „der Herr der Nacht“! Yang Yin Feuer (Holz) Wasser (Metall) >>> gemäss chinesischer Elementenlehre… Geistesarbeit, kreatives Denken, Logik… Gefühle haben, Gefühle zeigen, Gefühle leben, Bindungen eingehen, sein Herz öffnen, sich freuen, lachen, weinen und lieben steht unter absoluter Dominanz des Yin-Pols. Ruhe / Erholung / Entspannung / Kontemplation / Meditation dynamisches Yoga (Bikram…) ruhiges Yoga (Hata…) dynamische Meditation (z.B. Osho/Bagwan) „ruhige“ Meditation (Vipassana…) leistungsbetonter Sport (Kortisolausschüttung) – Wettkampftyp – Kampfsport entspannter Sport / Bewegung – Ausdauersport /
aber auch kurze, sehr intensive Trainings (HIIT)!
(Studie dazu).Atmung Wenn wir langsam und tief in den Bauch atmen, heben und senken sich Brustkorb und Zwerchfell. Da der Vagusnerv durch das Zwerchfell hindurchläuft, wirkt die Atmung direkt auf das parasympathische Nervensystem. Wobei es vor allem die Ausatmung ist, die den Vagus anregt, weshalb man idealerweise länger ausatmen als einatmen sollte. Die positive Wirkung dieser Atmung, etwa auf den (erhöhten und nervösen) Herzpuls, hat sich in vielen Studien gezeigt. Tauchreflex Der Tauchreflex ist ein Schutzmechanismus, der beim Eintauchen in Wasser beobachtet werden kann. Durch eine Stimulation des Parasympathikus wird die Atmung zum Stillstand gebracht, der Herzschlag verlangsamt und der Blutkreislauf zentralisiert. Damit wird der Sauerstoffverbrauch auf die überlebenswichtigen Organe reduziert.
Studien ergaben etwa, dass Angst- und Paniksymptome abnehmen, wenn Menschen ihr Gesicht kurze Zeit in kaltes Wasser halten. Oder dass Sportler sich so besonders effektiv von körperlichen Anstrengungen erholen.
Der Effekt ist selbstverstärkend, wie in einer Feedback-Schleife: Zum einen stimuliert die Atmung den Vagus direkt. Zum anderen signalisiert die ruhige Atmung dem Gehirn »alles in Ordnung, kein Grund zur Aufregung«, was wiederum den Vagus weiter aktiviert und die Entspannung verstärkt.Ernährung kaltes Essen, erfrischend warmes Essen (auch bereits morgens: warmes Wasser + Früchte in Butter erwärmen mit scharfen Gewürzen wie Chili, Curry,…) Bitterstoffe und Saures Salziges, Scharfes „Sympathikomimetika“ wie Kaffee, Tee Pflanzen Ephedra (Meerträubel) Crataegus – Weissdorn (Pflanze mit der stärksten Betablockade!) Digitalis – Fingerhut Ashawangdha – Schlafbeere Tabak (Nikotin) regt den Sympathikus an. Rauchstop! Mehr zur Entspannung und Meditation hier auf meiner Website.
Weiterlesen zum Vagusnerv und Parasympathikus: Deb Dana: Der Vagusnerv als innerer Anker. Angst und Panik überwinden. Ruhe und Stärke finden; Kösel, München 2022
Letzte Aktualisierung von Thomas Walser:
16. Juni 2024 -

Schlafstörungen
Ein Drittel aller Erwachsenen ist von Schlafstörungen betroffen – ein Zustand, der die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann!
Mit einer einfachen Verhaltensänderungen wurden in einer grossen, neueren Studie die Hälfte von ihren Schlafstörungen geheilt:
* Reduktion der Zeit, die man im Bett verbringt.
* jeden Tag zur gleichen Zeit aufstehen (ist wichtiger, als zur selben Zeit ins Bett zu gehen!).
* nicht ins Bett gehen, bevor man schläfrig ist.
* nicht im Bett liegen, wenn man nicht schläft.
* keine Schlafpausen während des Tages!Mehr zum Schlaf und seinen Störungen auf meiner Website:
www.dr-walser.ch/schlaf