Schlagwort: Ressourcen

  • Welcher Arzt/Ärztin tut Ihnen gut?!

    Welcher Arzt/Ärztin tut Ihnen gut?!

    Seit Beginn meiner Praxistätigkeit habe ich vermieden, zu Beginn eines Gesprächs „Was fehlt Ihnen?“ zu sagen. Bereits im Verlauf des ersten Kontakts wird dagegen wichtig, die Frage aufzuwerfen „Was tut Ihnen gut?!“ (Lesen Sie dazu auch meine Seite über Genuss und Schuldgefühle in der Medizin: www.dr-walser.ch/genuss/).

    Ist das Menschenbild meines Arztes salutogenetisch, voller Vertrauen in meine Selbstheilungskräfte?

    Die Hausarztarbeit beginnt bereits vor der Sprechstunde. Wenn ich in meiner Arbeit als Arzt salutogenetisch wirken will, muss ich selbst wissen und spüren, welches mein eigenes Menschenbild, mit dem ich dies Welt anschaue. Dann auch, welches meine eigenen, gesund machenden Ressourcen sind, was mir Freude macht – für was ich mich begeistern kann. Nur wer selbst gesund lebt und sich zu pflegen weiss, kann diese „Gesamthaltung“ auch weitergeben.

    Begeisterung und inneres Feuer des Arztes für seine Arbeit

    Aus der Hirnforschung wissen wir wiederum, dass nur ein Arzt, der mit Begeisterung und Freude seine Patienten einlädt und ermutigt, ja inspiriert, eine neue Haltung einzunehmen, überhaupt Veränderungen erreichen kann (da das Hirn des Patienten nur bei Benützung mit Freude oder Begeisterung sich verändern wird! The brain runs on fun!).
    Fragen Sie sich also, was Sie von einem Arzt erwarten, der Ihre gesunden Ressourcen ansprechen soll – und nicht nur Ihre kranken Seiten?! Ist er/sie auf Ihren Schmerz fixiert?
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    Patient: „Überall wo ich meinen Finger hinhalte, tut es mir weh. Was habe ich, Herr Doktor?!“
    „Sie haben ihren Finger gebrochen!“

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    Wie lebt Ihr Arzt?

    Oder pflegt Ihre Hausärzt*in Sie auch als einzigartige Persönlichkeit? Pflegt er die Beziehung zu Ihnen? Pflegt er die Beziehung zu anderen Ärzten (besucht er Balintgruppen, Ärzte-Qualitätszirkel, etc.)? Wie gesund wirkt er eigentlich selbst?! Ist er begeistert von seinem Beruf?! Und kann er die Dinge mit Begeisterung rüberbringen?! Sieht er Sie als Mensch und „ganz“, d.h. auch als Teil Ihrer Nächsten, Ihrer Familie, in Ihrem Beruf…? Interessiert er sich auch für Ihre Bewegung, für Ihre Ernährung, Ihre Liebe, wie Sie sich pflegen? Interessiert er sich auch für Ihre Ängste, Ihre existentiellen Ängste (vor dem  Tod, vor Isolation, vor der Sinnlosigkeit der Krankheit, des Lebens,…)?  Bezieht er Ihr Umfeld mit ein (schickt er Sie nur zu weiteren Profis des Gesundheitswesens, wie z.B. Physiotherapeuten – oder rät er Ihnen, sich durch eine Freundin massieren zu lassen? Braucht er auch selbst seine Ressourcen, z.B. berührt er Sie auch mit den Händen – oder spricht er nur? Überweist er Sie in eine Kuranstalt (unter lauter Kranken) oder rät er Ihnen, sich einige Tage in Ihrem Lieblingsgasthof in den Bergen (unter Gesunden) zu erholen? Glaubt er an Ihre Heilung (oder besser: Selbstheilung)?!

    >>>Mehr über die Salutogenese und Selbstheilung hier auf meiner Website:
    www.dr-walser.ch/salutogenese/

  • Raumhalten

    Raumhalten

    Raumhalten heisst jemanden seinen Raum „halten“ – jemandem ruhig zuhören, ganz aufmerksam, ganz da sein, aber auch ganz bei sich selbst sein, ganz Ohr für den Anderen, ihn ein Stück weit begleiten, damit er darin wachsen kann…Dies kann im medizinischen Bereich stattfinden, aber zum Beispiel auch im pädagogischen – eigentlich stets zur Begleitung von Menschen.

    Als Arzt oder Therapeut, als Lehrerin gebe ich den Menschen einen geschützten Raum, in dem sie sich auf ihre Art entfalten können – wo es auch hingeht. Es gibt keine Heilung von aussen – nur Selbstheilung. Altes kann neu betrachtet werden und neue Möglichkeiten zugelassen. Es entsteht Raum für Visionen und neue Wege…

    Als Arzt unterstütze ich auch das ureigene Selbsthilfesystem des „Patienten“, seine Ressourcen, all seine Möglichkeiten – indem ich überzeugend und optimistisch als „guter Heiler“ einen Raum für positive Heilserwartungen schaffe.

    Auch die Lehrerin schafft einen Raum mit der Stimmung und Atmosphäre, mit ihrer Persönlichkeit und einer positiven Beziehung zu den Schülern, damit sich diese darin kreativ entfalten können. Dazu gehört auch ein gewisser Freiraum, welcher unabhängig von Lehrplänen und Zielen ist, damit sich Schüler auch in ureigene, individuelle Richtungen entwickeln können.

    Eine weitere sehr wichtige Art, einem kranken und hilfebedürftigen Mitmenschen den Raum zu halten, ihn zu begleiten, dass er darin wachsen kann, finden sie hier:

    https://www.sein.de/was-es-bedeutet-fuer-menschen-raum-zu-halten-und-8-tipps-wie-wir-das-tun-koennen