Der wichtigste Faktor für viele pathologische Vorgänge in der Mundhöhle ist die Entzündungsneigung. Eine gute Mundflora (und Darmflora) ist dabei matchentscheidend und bekämpft die Entzündung und damit auch die Karies!
Dabei gehört eine reiche Mundflora zu einer reichen Darmflora oder verbessert diese.
Schlagwort: Darmflora
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Zahnpflege, die uns nicht schädigt
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Ballaststoffe und unsere Darmflora
Geschrotetes Vollkorn und nur fermentierte Milchprodukte – und wenig bis keine Backwaren (Brot, Gebäck, Patisserie, …) wirken stark anti-entzündlich.
Wer mit einem ausgiebigen Frühstück – und viel Zeit den Tag beginnt, hat ein deutlich verringertes Herzinfarktrisiko! Dies gemäss verschiedener grossen Studien (Lit.1).
Diejenigen Männer, die das Frühstück ausliessen, hatten dabei ein 27% höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden als jene, die den Tag zum Beispiel mit einem Müesli begannen. Nach Ansicht der Forscher bestätigt die Studie, dass das Frühstück wohl die wichtigste Mahlzeit des Tages ist. Ideal ist, wenn das Frühstück aus geschrotetem Vollkorn (im Müesli) besteht – anstatt aus Backwaren, wie Brot! Wichtig scheinen viel unbearbeitete Ballaststoffe zu sein. Viel Ballaststoff im Essen lassen auch Leute mit Herzinfarkt viel länger Leben! (Lit.2)Die Ursache für diese Heilwirkung geht wahrscheinlich über den Aufbau einer reichen Darmflora, die sehr anti-entzündlich wirkt, also auch das Immunsystem und unsere Krebsabwehr verbessert – und auch die Blutfette sinken lässt, den Diabetes und die Arterienverkalkung verhindert, unsere Stimmung hebt und gegen das Dicksein wirkt!
Das Wichtigste für die Darmflora ist:
GO VEGETARIAN! >>> Geschrotete Getreide-Mischung und nur fermentierte Milchprodukte!Diesen Einfluss der Darmflora auf die Entzündung sieht man u.a. schön am Beispiel der Akne:
Nahrungsmittel spielen bei der Entstehung von Akne doch eine grössere Rolle als man lange angenommen hat:
Kaum Milch und Milchprodukte, selten zuckerhaltige Speisen und kein Fast Food oder Backwaren!
Man sollte alle Lebensmittel meiden, die den Blutzuckerspiegel stark beeinflussen, also solche mit einem hohen „Glykämischen Index“ (Weissbrot, gezuckerte Frühstückflocken, Guetsli, süsse Limonaden wie Cola…). (Lit.3) Neueste Untersuchungen zeigen auch eine klare Abhängigkeit von Kuhmilch und verschiedenen Milchprodukten (Quark, Streichkäse, Instant-Milchgetränke und v.a. entrahmte Milch sind die Übeltäter! Es hat also nichts mit dem Fettgehalt der Produkte zu tun.). (Lit.4)
Sicher ist, dass auch starkes Übergewicht durch einen Hyperinsulinismus die Produktion der männlichen Hormone (Androgene) stimulieren kann. Dann hilft Abnehmen auch gegen Akne.Ballaststoffe
Es beginnt schon beim Namen Ballaststoffe, über den ich sehr unglücklich bin. Er klingt nach Ballast, als wären diese Stoffe unnötig. Das ist falsch und ein historisches Relikt aus der Ernährungsforschung der 1920er-Jahre. Damals wurde viel Vitaminforschung betrieben, und es wurde postuliert, dass wir vor allem Vitamine und Mineralstoffe benötigen. Alles andere sei eben Ballast. Heute wissen wir, dass das nicht stimmt. Diese Geschichte ist übrigens auch der Grund dafür, warum es heute so viele Vitaminpräparate gibt – und die Bedeutung der Ballaststoffe vielen nicht bewusst ist.
Ballaststoffe nehmen wir vor allem in Vollkorn, dann auch im Gemüse, Salaten und Obst zu uns. Sie füllen unseren Magen und verleihen ein angenehmes Sättigungsgefühl. Ausserdem sorgen sie für eine gute Verdauung und verhüten auch viele Darmerkrankungen (bis zum Dickdarmkrebs!). Viele Ballaststoffe in der Nahrung senken auch die Blutfette und sind gut für unser Herz. Sie bereichern unser Mikrobiom.

Aber aufgepasst, das Ganze ist eine Gratwanderung: Allzu viel ist auch hier ungesund: Ballaststoffe enthalten reichlich pflanzliche Abwehrstoffe. Diese reizen den Darm und können Entzündungen verursachen. Sie stehen in Verdacht, eine Ursache des sogenannten Reizdarm zu sein. Der Reizdarm wird aber wiederum durch (wenig) lösliche Ballaststoffe (z.B. Flohsamen) auch wieder gebessert.
Es ist also auch hier die Dosis, welche das „Gift“ vom „Heilmittel“ unterscheidet!Lit:
1) v.a. Circulation. 2013; 128: 337-343, Prospective Study of Breakfast Eating and Incident Coronary Heart Disease in a Cohort of Male US Health Professionals, Leah E. Cahill et al.
2) Li S, et al. BMJ. 2014;348:g2659
3) Neil Mann et al.;American Journal of Clinical Nutrition, 2007
4) Adebamowo CA et al., J Amer Acad Dermatol 2005; 52:207-214Letzte Aktualisierung durch Thomas Walser:
12. Juni 2023 -

Was ein reiche Darmflora alles Gutes bewirkt – und wie wir sie besser aufbauen können
eine gute Darmflora ergibt ein…
• besseres Immunsystem (wirkt antientzündlich)
• senkt die Blutfette
• verhindert Arterienverkalkung
• verhindert Diabetes
• bessert den Reizdarm (und auch chronische Darmentzündungen)
• Versorgung mit Vitaminen (Thiamin, Riboflavin, Pyridoxin, B12, K)
• Die Darmflora beeinflusst auch das Körpergewicht und spielt eine Rolle bei der Fettsucht (Adipositas).Eine gute Darmflora aufbauen…
• WENIG ROTES FLEISCH!
Normalerweise leben die Vertreter der Darmflora (Mikrobiom = rund 100 Billionen Bakterien) einträchtig mit ihrem Wirt. Sie verdauen für uns komplexe Kohlenhydrate, mit denen menschliche Enzyme nicht umgehen können. Und sie wehren auch Infektionen krank machender Bakterien ab. Nun wird zum Beispiel das Carnitin im roten Fleisch (Rind, Schwein oder Lamm) von den Darmbakterien zu Trimethylamin verdaut, das dann in der Leber zu Trimethylamin-N-Oxid (TMAO) umgewandelt wird. Carnitin verstärkt u.a. auch die schädliche Wirkung vom Cholesterin. Dies löst eine Kette von Ereignissen aus, die letztlich zu einer Arteriosklerose (Versteifung der Arterien) führt und damit auch zum Herzinfarkt, Hirnschlag,…! Es hat sich nun gezeigt, dass ein Vegetarier ein Steak essen kann und dass sich dann die (ideale) Zusammensetzung seiner Darmbakterien diesen TMAO-Spiegel nicht erhöhen lassen! Vegetarische Ernährung ergibt also eine fürs Immunsystem und für unsere Blutgefässe optimale Darmflora!• Viel Fett im Essen lässt die Darmflora verarmen: Menschen, die wenig Fett und mehr Früchte und Gemüse – und auch Vollkornprodukte essen, haben eine reichere Darmbesiedlung.
• Mediterrane Ernährung: Die sogenannte „mediterrane“ Ernährung könnte man auch „Jäger und Sammler-Ernährung“ nennen. Sie kann als Muster einer gesunden Ernährung angesehen werden. Sie besteht aus mässigem Alkoholkonsum, geringem Verzehr von Fleisch und Fleischprodukten – aber aus viel Fisch, viel Gemüse und Hülsenfrüchte, vielen Früchten und Nüssen. Auch optimal ist ein Verhältnis von viel ungesättigten zu weniger gesättigten Fetten und Öle: d.h. mehr Lein-, Oliven- oder Rapsöl – und weniger Sonnenblumen-, Maiskeim-, Distelöl und… Fleisch.
• Indischer Flohsamen (Plantago ovata – auch Plantago psyllium: Sie quellen mit Wasser zu einem Schleim und erhöhen das Stuhlvolumen. Sie sollen deshalb immer mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden und werden meist gegen Verstopfung gebraucht. Man kann damit aber auch das Klima im Dickdarm für die Darmflora sehr günstig beeinflussen. Der Flohsamen enthält sog. Präbiotika (komplexe Kohlenhydrate), die im Dünndarm nicht verdaut werden und unverändert in den Dickdarm gelangen und dort fermentiert werden. Kurzkettige Fettsäuren, vornehmlich Acetat, Propionat und Butyrat, die von anaeroben Kolonbakterien produziert werden, stellen eine hauptsächliche Ernährungsquelle für das Kolonepithel dar. Butyrateinläufe zeigen z.B. positive Effekte bei Patienten mit aktiver distaler Colitis ulcerosa (chronische Darmentzündung). Da durch die Fermentation von indischem Flohsamen im Colon Butyrat entsteht, stellt man sich die Wirksamkeit unter diesem Mechanismus vor. Dies führt dann zu einer Bereicherung der Darmflora.
• Inwieweit die Darmflora durch die direkte Zuführung von Mikroorganismen, beispielsweise durch Probiotika, beeinflusst werden kann („Symbioselenkung“), ist wissenschaftlich umstritten.
• mehr Dreck!
Ein Hund im Haushalt verbessert die Darmflora des Säuglings. Kinder, die auf dem Bauernhof aufwachsen ebenso. Kaiserschnittkinder und solche, die Flaschennahrung (anstatt Muttermilch) erhielten, haben hingegen weniger Bakterienvielfalt im Darm. Dies ist auch ein weiterer Grund gegen zu viel Antibiotikatherapie, vor allem im Kleinkindesalter.Weiterlesen >>> www.dr-walser.ch/darmflora/