Mythos vom guten und bösen Cholesterin

Die drei gängigsten Mythen bei der Blutfettbestimmung werden heute stark in Frage gestellt:

  1. Das HDL ist der gute Anteil des Cholesterins.
    Unumstritten ist, dass eine HDL-Konzentration unter 1 mmol/l mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko verbunden ist. Umgekehrt bedeutet ein hohes HDL aber keineswegs Entwarnung. Normales HDL verfügt über antientzündliche und antioxidative Eigenschaften. Genau diese können aber bei Patienten mit Autoimmunstörungen (z.B. Diabetes oder rheumatoider Arthritis) abhanden kommen! In Studien ist also eine HDL-Erhöhung keine guter Parameter.
  2. Der Lipidstatus wird obligat in einer Nüchternblutprobe bestimmt.
    Stimmt nicht mehr! Fakt ist, dass erstens eine erhöhte Triglyzeriden im Nichtnüchternplasma stärker mit dem Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten assoziiert ist als in einer Nüchternblutprobe und dass zweitens HDL- und LDL-Cholesterin nur wenig durch Essen beeinflusst wird.
  3. LDL ist das gefährlichste Cholesterin.
    Fakt ist: Die Mehrzahl der kardiovaskulären Ereignisse (Herzinfarkt, Hirnschlag) wird trotz effektiver LDL-Senkung nicht verhindert!

Interessant sind die neuen Remnants (triglyzeridreiche Lipoproteine). Diese scheinen direkt proatherogen zu sein, also Arterienverkalkung zu fördern. Deshalb wird es auch als „hässliches“ Cholesterin bezeichnet. Dies wird wohl eine der wichtigsten Lipid-Bestimmung in Zukunft sein, obwohl es eigentlich keine neue Messgrösse ist, da sie zu 100 Prozent von der Triglyzeridkonzentration abgeleitet wird.

Lesen Sie mehr zum Cholesterin und zu den Triglyzeriden auf meiner Website: www.dr-walser.ch/cholesterin.htm