Gibt es überhaupt „Wechseljahre“ oder Menopause?!

Fast alle Beschwerden von Frauen, die landläufig den Wechseljahren (oder Klimakterium oder Menopause) zugeschrieben werden, sind gar nicht typisch für dieses Lebensalter! Vielmehr treten Symptome wie Erschöpfung, Schlafstörungen, Muskelschmerzen oder Harnwegsprobleme und selbst Trockenheit der Scheide in sämtlichen Lebensphasen, von der Jugend bis ins hohe Alter auf (K.Weidner u.a.: Klimakterische Beschwerden über die Lebensspanne? PPmP, 62/7, 2012, 266-275).

Der einzige Symptomenkomplex, der tatsächlich mit den Wechseljahren verknüpft war, sind Hitzewallungen und Schweissausbrüche! Diese Beschwerden nahmen im Alter zwischen 50 und 60 Jahren merklich zu. Allerdings war auch hier nur eine Minderheit betroffen (ein Viertel aller Frauen klagt über mittlere bis sehr starke Beschwerden durch aufsteigende Hitze – vor allem nachts). Ab dem 60. Lebensjahr liessen die Symptome wieder stetig nach. Übrigens muss man bei Wallungen, die nur tagsüber auftreten an andere Ursachen denken (z.B. Schilddrüsenerkrankung, etc.).

Insgesamt standen die angeblichen „Wechseljahrbeschwerden“ zwar nicht mit den Wechseljahren, wohl aber mit der Lebenssituation und der psychischen Belastung in Verbindung: Häufiger betroffen waren allein lebende Frauen, die sich gestresst, niedergeschlagen und erschöpft fühlten.

Dies alles lässt die Forscher eher einen psychosomatischen als einen hormonellen Hintergrund vermuten. Es handelt sich hier also um unspezifische, seelische, körperliche und kognitive Symptome, die bereits in jüngeren Lebensjahren, aber auch nach dem Klimakterium zu beobachten sind. Man zweifelt heute stark daran, dass diese Beschwerden auf einen Östrogenmangel zurückzuführen sind.

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