Herzrasen

Frage eines jungen Website-Besuchers:

Ich bin 24ig,170cm/54kg, weiblich und habe folgendes Problem:

Vor genau einem Jahr hatte ich plötzlich sehr starkes Herzrasen. Mein Puls war immer enorm hoch. (und dies im Ruhezustand, also nicht bei Anstrengung). Im Schlaf bin ich deswegen oft aufgewacht, auch im Alltag hat es mir sehr zu schaffen gemacht. Nach einem EKG bei meiner Hausärztin schickte man mich in das Spital zu einer Untersuchung. Die Schildrüsenwerte waren ok, das Herz ebenfalls gesund. Man verschrieb mir den Betablocker (Concor), den ich ca. 4 Monate eingenommen habe. Von da an hatte ich einige Monate Ruhe und es ging mir besser. Ich hatte immer wieder mal einen schnellen Puls, es hatte sich aber etwas beruhigt. Jetzt habe ich seit dem Sommer wieder stärker Herzrasen, ein Puls von 120 ist bei mir in der Zwischenzeit alltäglich. Hinzu kommt, dass ich jetzt auch sehr oft bemerke, dass mein Herzschlag hin und wieder mal aussetzt (Herzstolpern). Ich war kürzlich deswegen nochmals bei einem Arzt. Er hat mir gesagt, dass Herzstolpern völlig ein normaler Vorgang sei und dies jeder/jede hat. Ich empfinde dies aber immer als so erschreckend, dass ich mir dies nicht vorstellen kann. Ausserdem hat er mir wieder den Betablocker Concor verschrieben. Ich bin demgegenüber sehr skeptisch eingestellt.

Meine Symptome zur Beschreibung: Herzrasen, Herzstolpern, Engegefühl, Appetitlosigkeit, oft sehr müde, Ohrensausen, vielfach wird mir schwarz beim Aufstehen.

Meine Fragen an Sie:

– Ist dieses Medikament sinnvoll?
– Ist ein ständiger hoher Puls auf längere Zeit gefährlich?
– Ist das Herzstolpern wirklich etwas Gewöhnliches?
– Was empfehlen Sie mir, wie soll ich vorgehen?

Meine Antwort:

mir kommen zwei Aspekte dazu in den Sinn:

*Erhöhte Reizbarkeit im Alltag: zuviele Reize (zuviel Action), zuwenig Ruhe…
Gefragt ist also: Seine Ruhe wieder-finden:
Dazu etwas Grundsätzliches: Wir müssen die alltäglichen Rhythmen wieder beachten:
Nur wenn wir im Tages-, Wochen- und Jahresverlauf jene Erholungspausen einhalten, die uns biologisch vorgeschrieben sind, kann unser Organismus seine Funktionen wie beim resetting eines Computers immer wieder synchronisieren und Abweichungen vom Sollzustand (Schmerzzustände, Verspannungen, auch Blutdruckerhöhungen, etc… und bis zu krebsartigem Ausflippen von Organzellen mit Abwehrvorgängen des Immunsystems) ausgleichen. Ignorieren wir diese Bedürfnisse, werden die Abweichungen immer grösser, und damit verliert auch der Organismus immer mehr die Fähigkeit von selbst in seine Ordnung und Ruhe zurückzufinden.
Unsere vorgegebenen biologischen Rhythmen scheinen auch tagsüber 90 Minuten lang zu sein (wie die 90 Minuten Tiefschlafphasen nachts): 70 Minuten Aktivität, dann 20 Minuten Ruhe und Erholung.
Mein Vorschlag: Alle 60 Minuten tagsüber 10 Minuten Rückzug und Pause. So stellen Sie ihren inneren Rhythmus wieder von der Hamsterrad- zurück in die heilsame Ruhe-Frequenz und stärken so immens das Immunsystem.
Literatur dazu: Verena Steiner, Energiekompetenz, Pendo-Verlag 2005

*Herzrasen kann eine Symptom von Angst sein – Bei chronischer Angst kann es zum Verselbstständigen dieses Symptoms kommen.

Ein Betablocker blockiert das Betasystem des Vegetativen Nervensystems und damit die Reiz- und Stressauswirkungen. Dies kann vorübergehend sinnvoll sein, ist aber auf die Länge keine Lösung. Ursachen müssten angegangen werden. D.h.: man müsste mindestens die obigen Punkte mit einer Vertrauensperson (Hausarzt/-in, Psychotherapeut, etc..) anschauen.

Herzstolpern kann – nachdem man ein normales EKG gefunden hat – als normale Variante angesehen werden.

Ein stetig hoher Puls ist ein Risikofaktor für eine schlechte Hermuskeldurchblutung. Die Diastole (Entspannung der Blut auspumpenden Herzkammer) ist kurz. Die ist aber sehr wichtig für die gute Durchblutung des Herzmuskels. Man hat heute die Meinung, dass der Mensch ein Konto von etwa drei Milliarden Pulsschläge im Leben hat: mit 60 pro Minute wird man also ca. 90 Jahre alt – mit 80 pro Minute aber nur 60 Jahre… Dies ist nur ein Risikofaktor unter einigen (Lebensstil – Stress, Blutdruck, Blutfette, Ernährung, Bewegung…).

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